Zur Sache, Schätzchen!

Liebe Uschi,
ein paar Tage lang, habe ich mit mir gerungen, ob man so einen Affront wie bei Markus Lanz’ Talkshow einfach ignorieren sollte, drüber stehen, weil leugnen nur nach einem Schuldeingeständnis aussähe, aber nein, die Hälfte der eigenen Landsleute zu diffamieren, das kann man doch niemandem durchgehen lassen, selbst einer gealterten Schauspielerin nicht.
von Nicole

 

Muschi mit Uschi ©Foto: AFP


 
Wie ich gelesen habe, haben Sie die mittlere Reife erlangt, dem Realschulabschluss entsprechend; nun muss ich Ihnen sagen, ich habe sowohl das Abitur (nein, kein Kunst-LK dabei) als auch mein Bachelor- und Master-Studium erfolgreich abgeschlossen. Selbstverständlich würden Sie vermutlich zu argumentieren versuchen, dass der Realschulabschluss zu Ihrer Zeit und dann auch noch in Bayern dem Abitur Mecklenburgs mindestens gleichzusetzen wäre, was ich bestreiten würde; nichtsdestotrotz: rein vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen bin ich wesentlich qualifizierter als Sie. Und wie ist ihr monatlicher Verdienst? Ich schätze trotz meiner erwiesenen Qualifikationen deckt mein Netto-Jahreseinkommen vermutlich gerade einmal ihre monatlichen Mietkosten. Es sieht also so aus, als wäre dieses Zusammenspiel zwischen dem, was man kann und gelernt hat, dem Job, den man bekommt und der dementsprechenden Bezahlung ein wesentlich komplexeres, als Sie sich das vorgestellt und so flugs bei Lanz propagiert haben.
 
Bei dem Thema Bildung gibt es keine einfachen Lösungen; natürlich kann man je nach Bedarf dem einen oder anderen den schwarzen Peter zuschieben; die Lehrer zu inkompetent, die Eltern zu beschäftigt, die Kinder zu blöd, die Ossis zu unqualifiziert..?! 
 
Bleibt natürlich noch die Frage offen, wer Qualifikation eigentlich wie definiert und einer bestimmten Menge Geld gegenüberstellt. 
 
Kennen Sie den Film „Blind Side“? Gab einen Oscar für Sandra Bullock und eine Oscar-Nominierung für den Film. Da kann man ne Menge über Qualifikationen und Kompetenzen lernen, zum Beispiel welche einen beruflich und privat weiterbringen und wie wertvoll oder weniger Wert sie einen Menschen machen.   
 
Also, Uschi, vielleicht wäre es besser, sich das nächste Mal in der Kompetenz des Zurückhaltens zu üben, statt mit Pauschalisierungen negativ aufzufallen.
 

 
Hintergund: 
 
Am 21. November 2013 war Uschi Glas in der Talkrunde bei Markus Lanz zu Gast. Auf dessen Frage: “Sie haben CDU gewählt, wären Sie beleidigt, wenn der Mindestlohn käme?” antwortete Uschi Glas: “Also ich denke er kann nicht kommen, weil wir das Problem haben, dass wir vor allem in den neuen Bundesländern wirklich nicht gut qualifizierte Menschen haben.” 
 
Daraufhin entstand die Online-Petition “Uschi Glas: Besuch uns in Erfurt!”. Diese fordert mit mehreren tausend Unterzeichnern dazu auf, dass Uschi Glas “Ostdeutschland und seine Bevölkerung”  besser kennenlernt. ”Besuch uns doch mal! Es wird super.”  

 

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22 Tiere in der Londoner U-Bahn versteckt – Wie viele gibt es in Erfurt?

Whuaaah…Diese phantastischen Entdeckungen auf dem Fahrplan der Londoner U-Bahn wollen wir euch nicht vorenthalten.  von Susann
 

22 Animals Who’ve Been Hiding Out In The London Underground Map – via 9 GAG


 
Unsere Idee für das Erfurter Straßenbahn- und Busnetz ist zwar nicht halb so einfallsreich, aber Erfurt ist eben auch nicht London!
 
Erkennt ihr vielleicht noch andere Tiere? Hier der Link zum Netzplan
 
Ente in Erfurter Straßenbahn - und Busnetz entdeckt!

Ente in Erfurter Straßenbahn – und Busnetz entdeckt!

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Jojo Moyes: Eine Handvoll Worte

untitledNach ihrem Weltbestseller “Ein ganzes halbes Jahr” erschien nun “Eine Handvoll Worte” von Autorin Jojo Moyes. Ein Buch, bei dem auch wieder die Liebe im Mittelpunkt steht.
 
Ellie hat karrieretechnisch schon so einiges erreicht. Sie arbeitet in einem renommierten Londoner Verlag als Journalistin und „lebt ein Leben wie in Hochglanzmagazinen“ (S.378). Doch die Affäre mit einem verheirateten Mann nimmt sie mehr mit als ihr lieb ist. Das bekommt sie sowohl privat als auch beruflich zu spüren. Während der Recherche zu einem Artikel stößt Ellie auf einen alten Liebesbrief und beginnt Nachforschungen darüber anzustellen. Hinter dem Schreiben steckt die Liebes- (und Leidens-) geschichte von Jennifer Stirling. In den 1960er Jahren lebt die junge Frau zusammen mit ihrem Mann in London. Äußerlich führen die beiden eine perfekte Ehe – er ist ein betuchter Geschäftsmann, beide verkehren in wohlhabender Gesellschaft und rein materiell hat sie alles, was eine Frau sich wünscht. Aber Jennifer ist nicht glücklich in ihrer Ehe. Dann lernt sie den Reporter Anthony O´Hare kennen. Beide verlieben sich ineinander und beginnen eine heimliche Affäre, die nicht nur im wahren Leben, sondern vor allem auf dem Papier stattfindet.
 
Von der Aufmachung her ähnelt das Buch seinem berühmten Vorgängerroman. Obwohl man nicht unbedingt von einem Vorgänger sprechen kann. „Eine Handvoll Worte“ schrieb Moyes bereits vor ihrem Bestseller „Eine ganzes halbes Jahr“, aber erst jetzt ist die Lektüre in deutscher Sprache erschienen. Inhaltlich behandeln beide Bücher das Thema Liebe, aber auf einer ganz anderen Art und Weise.
 
Untergliedert ist der Roman in einen Prolog, drei große Teile, die wiederum in 26 kleinere Kapitel unterteilt sind, einem Dank der Autorin und einem Anhang mit Anregungen für Lesekreise.
Jedem Kapitel ist „ein echter letzter Brief, eine E-Mail oder eine andere Form der Korrespondenz vorangestellt“ (S. 575), die aufzeigen, wie Menschen sich voneinander trennen – mal liebevoll, mal reumütig, mal „unter der Gürtellinie“.
 
„Eine Handvoll Worte“ erzählt zwei Geschichten, die das Thema unglückliche Liebe und Ehebruch in den unterschiedlichen Situationen aufzeigen – und egal in welcher Lage sich die Protagonisten befinden, jeder hat sein Köfferchen zu tragen.
 
Jennifer Stirlings Geschichte nimmt den größten Teil des Buches ein. Jennifer ist unglücklich verheiratet und beginnt eine Liebesbeziehung mit einem anderen. Aufgrund der gesellschaftlichen Zwänge ist es ihr so gut wie unmöglich ihren Mann zu verlassen. Sie würde fast alles verlieren.
Die beiden Hauptfiguren dieses Parts, Jennifer Stirling und ihr Geliebter Anthony O´Hare, wirken authentisch und die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Man lacht, leidet und fiebert mit ihnen mit und hofft die ganze Zeit, dass diese Love-Story ein gutes Ende nehmen möge.  
Ellie wirkt nicht ganz so liebenswürdig wie Jennifer. Zwar ist ihr Charakter nicht gänzlich unsympathisch, aber ihr Verhalten ist manchmal nicht nachvollziehbar. Sie macht sich psychisch von einem Mann abhängig bei dem es offensichtlich ist, dass er sie nicht so liebt, wie es eigentlich sein sollte. Dabei vernachlässigt sie ihre Arbeit, ist beleidigt, wenn ihre Freunde versuchen, ihr die Augen zu öffnen und denkt nicht mit einem Wimpernschlag an die Ehefrau ihres Geliebten.
 
Während der Erzählung springt die Autorin nicht nur zwischen Ellies und Jennifers Geschichte hin und her, sondern es finden auch Zeitsprünge zwischen den Kapiteln statt. Dabei dauert es eine Weile, bis man hinter dieses Prinzip gestiegen ist. Aber gerade diese Zeitsprünge machen das Lesen so interessant. Die Geschichte ist dadurch weniger vorhersehbar und dieses stilistische Mittel erhöht zudem die Spannung.  
Inhaltlich besonders interessant ist die Darstellung der Rolle der Frau in den 60er Jahren. Oft waren die Damen nur das schöne Zierwerk ihrer Männer, ohne eigene Meinung. Und gerade an dieser Tatsache hat Jennifer Stirling zu knuppern, denn die junge Frau ist nicht nur schön, sie hat auch was im Kopf.
Ein gutes Beispiel ist der Dialog zwischen Jennifer und ihrem Mann, bei dem es um das Lesen der Tageszeitung geht.
 
„Was tust du da?“
„Ich lese die Zeitung“
„Das ist wohl kaum etwas für dich, oder? Sind deine Zeitschriften noch nicht gekommen?“
„Ich dachte nur, ich könnte mich ein wenig informieren. Schauen, was in der Welt so passiert“
„Ich glaube da ist nichts dabei, was dich betrifft.“
[...]
„Ich habe“, sagte sie mit Bedacht, „etwas über den Lady-Chatterley-Prozess gelesen. Der ist tatsächlich ziemlich interessant.“
[...]
„Wie auch immer. Aber tue heute Abend bloß nicht deine halbgare Meinung über solche Angelegenheiten kund, ja? Die Leute dort wollen nicht hören, wie eine Frau sich über Dinge auslässt, von denen sie keine Ahnung hat.“ (S.258)

Durch den wunderbaren Schreibstil von Jojo Moyes, die es auch mit diesem Roman schafft, den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln, durch die überzeugenden Charaktere und natürlich durch die bezaubernde Umsetzung des Themas -stilistisch als auch inhaltlich- ist dieses Buch absolut empfehlenswert.

von Nancy
 

Jojo Moyes
Eine Handvoll Worte
Rowohlt Verlag
Aus dem Englischen von Marion Balkenhol
592 Seiten.
ISBN: 978-3-499-26776-5
€ (D) 14,99/ € (AT) 15,50/ sFr 21,90

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Steffi macht Schluss. Ein Abschied

via fuckyeahreactions

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Lieber Blog,
 
du musst jetzt stark sein. Am besten du setzt dich erstmal hin…
Es gibt Entscheidungen, die fallen leicht: Esse ich noch ein Stück Schokolade oder lieber einen Apfel? Gehe ich zu Fuß oder nehm’ ich das Auto? Hund oder Katze? Kaffee oder Tee? Und es gibt Entscheidungen, die fallen nicht leicht, müssen aber trotzdem getroffen werden.
 
Wir sind seit fast drei Jahren zusammen. Aus einer anfänglichen Affäre hat sich eine ernsthafte Beziehung entwickelt. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich im Januar 2011 anfing mein reichhaltiges Repertoire an Quatsch, Meckereien, Lobeshymnen und Senf mit Soße bei dir auszuschütten. Du hattest immer ein offenes Ohr für mich. Hast alles ertragen und hingenommen. Wir haben viel von einander gelernt und uns weiter entwickelt. Du hast mich motiviert. Und du hast mich frustriert. Ja, manchmal war es zwischen uns nicht einfach, aber das ist nicht der Grund, für das, was jetzt kommt. Du ahnst sicher schon, was ich dir mit all dem sagen möchte: Ich mache Schluss mit dir.
 
Der Grund für diese Entscheidung liegt keinesfalls bei dir. Nein, es liegt allein an mir. Es ist Zeit für mich, neue Wege zu beschreiten, etwas zu wagen und Neues auszuprobieren. Na ja und zugegeben, ich habe einen Neuen. Ich glaube das könnt was Ernstes werden, aber wir sind noch ganz am Anfang unserer Beziehung, kennen uns eigentlich noch gar nicht. Aber darum soll es hier auch gar nicht gehen. Sondern um dich, um uns. Wir hatten eine tolle Zeit. Du hast mich immer gut behandelt und ich kann nur hoffen, dass du das auch von mir behaupten kannst. Ich weiß, du hättest manchmal mehr Aufmerksamkeit verdient, nicht nur von mir, sondern auch von dem Kosmos um unsere kleine Welt herum. Du hast versucht immer alles zu geben und trotzdem wurde es so häufig nicht ausreichend gewürdigt. Ich wünsche dir sehr, dass dir die Aufmerksamkeit zu teil wird, die du verdienst.
 
Ich bin mir sicher, meine Entscheidung wird auch dir gut tun. Du weißt schon, frischer Wind, ein Neuanfang, ein Reboot, Veränderungen, eine andere Ausrichtung. Außerdem weiß ich, du hattest immer mehrere Geliebte, sie werden sich weiter um dich kümmern.
Also bitte sei nicht traurig. Und versprich mir eins, lass und Freunde bleiben.
 
Alles Liebe,
deine Steffi

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Das Buch Dietmar: „Hier lest, das ist großartig!“

Mein Freund Tim hat mir das Buch mit den Worten: „Hier lies, das ist großartig!“ in die Hand gedrückt und, um mich zu überzeugen, eine Passage aus „Eier“ in bester theatralischer Stimmlage vorgelesen:
 

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Das Buch Dietmar – Meisterwerke eines großen Humoristen

 

„Rohe Eier in kaltem Wasser bleiben schön roh. [...]
Wer Eier dreht, kann sehen, wie sie sind: Gekochte Eier drehen sich doppelt so schnell wie rohe. Man braucht also zwei rohe Eier, um ein gekochtes zu überholen. [...]
Wer mit Eiern einen Kuchen backt, kriegt sie nicht mehr heil heraus.
Wer die Eier vergessen hat, kann sie nicht mehr reinbacken. [...]
Eier ohne Eier schmecken nach nichts.“
 
Damit hatte er mich am Haken. Wer macht sich schon Gedanken über Eier? Diesen Autor wollte ich besser kennenlernen. Wer weiß schon, was er sich sonst noch so überlegt hat? Ich nahm das “Buch Dietmar” in die Hand und schlug es auf. Oh, Rainald Grebe ist der Herausgeber, dachte ich, das Buch muss gut sein. Und das ist es auch. Das “Buch Dietmar”  ist grandios, großartig, genial. Dietmar Burdinski ist für mich eine Offenbarung. Seine Idee  „Der Letterman“, Firmen Leser- und Kundenbriefe zu schreiben und die Öffentlichkeitsabteilungen mit skurrilen und absurden Vorschlägen für neue Produktlinien, Veranstaltungen und etc. zu konfrontieren, ist so einfach und doch so wirkungsvoll. 
 
Beinahe naiv, oder besser: unbefangen und stets freundlich schrieb Burdinski z.B. der Allianz, um nach einer Meteoritenschutzversicherung zu fragen, weil er sich „aus dem Weltraum sehr stark bedroht“ fühlte; der Polizei Lüneburg schreibt er unter dem Pseudonym „GURU Da-Love-Radschamandri“, um sich nach der Rechtmäßigkeit seiner harten Strafe für das Tragen von Mokassins zu erkundigen, und (mein Favorit:) der Kaufhalle (Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Betreff: Geflügelsport) schreibt er, um dem Marktleiter eine neue Sportart vorzuschlagen – nämlich: Tiefkühlhähnchen über den Fliesenboden des Supermarktes gleiten lassen.
Den meisten Briefen legte Burdinski eine wunderschöne, kindliche, detailreiche Bleistiftzeichnung bei, die den beschriebenen Sachverhalt bildlich erläutert.
 
Kaum zu glauben: Burdinski bekam viele Antworten: Von der Allianz gab es eine Absage und den Hinweis, dass auch in Zukunft keine Meteoritenschutzversicherungen angeboten werden. Der Polizeihauptkommissar aus Lüneburg (und „Beauftragter für Love and Peace im Hier und Jetzt“) antwortete dem Guru mit „erleuchteten Grüßen“. Auf den Vorschlag „Geflügelsport“ in der Kaufhalle mit einem Tiefkühlhähnchen gab es zwar eine Absage, dafür aber das Angebot für ein Sponsoring in Form einer Erstausrüstung: „TK-Hinkel“ und Schutzhülle. 
 
Wunderbar absurd ist auch der Teil „Nummern“ in denen Rainald Grebe Texte Dietmar Burdinskis (auch aus seinem Bühnenprogramm) zusammengetragen hat. Ein kurzer Vorgeschmack aus „Die Baumschule“, in der Burdinski von seinem Beruf als Baumschullehrer berichtet: „Tanne in der letzten Reihe. Hör auf zu knacken. Pass auf! [...] So jetzt Rechnen: Birke: Wie viel ist Birke geteilt durch Axt? Was? Falsch! Birke geteilt durch Axt = Kleinholz.“ Im Buch Dietmar steckt so viel Humor, dass es mir schwerfällt es wegzulegen: „80er Jahre. Ich war auf einer einfarbigen Hochschule – einer Uni.“ Vieles kommt mir bekannt vor – Rainald Grebe nahm zahlreiche Textfragmente in sein Programm auf. 
 

 
Zum Buch Dietmar: Dietmar Burdinski (1959 – 2010), war Humorist, Autor „undundund“. Im Quatsch Comedy Club war er seit 1992 dabei. 1998 erscheint sein Buch „Der Letterman“. Ab 2004 ist er hinter den Kulissen bei „Dittsche“ mit Olli Dittrich u.a. dabei. Für zahlreiche seiner Kollegen, darunter auch Rainald Grebe, schrieb er. Grebe beschreibt das Besondere an Burdinskis Humor: „Das hat mit gewöhnlicher Satire nichts mehr zu tun. [...] Themen und Dinge und Meinungen dieser Welt werden bei Dietmar aufgelöst in Luft und Lachen. Sie sind gar nicht mehr vorhanden. Es geht gar nicht mehr um sie. Sondern um das Nichts dahinter.“

 

2010 stirbt Dietmar Burdinski. Das Buch versammelt einen breiten Querschnitt seines Schaffens: Die besten Nummern, „Der Letterman“, fragmentartige Notizen und Tagebucheinträge, „Die Hypochonder Rundschau“ und Grüße an Dietmar von seinen Weggefährten – Olli Dittrich, Thomas Hermanns, Bastian Pastewka, Jess Joachimsen und vielen mehr. Das Buch ist aufwendig gestaltet, viele Fotos, eine CD mit 13 Originalaufnahmen und einem Video machen „Das Buch Dietmar“ zu einer Schatztruhe, für alle, die sich gern den „Meisterwerken eines großen Humoristen“ annähern wollen. Dietmar Burdinski war „vielen zu Lebzeiten unbekannt. Das wird sich jetzt hoffentlich ändern“, steht im Klappentext. Zurecht! Das „Buch Dietmar“ ist großartig. 
 
Also: „Hier lest, das ist großartig!“ von Susann
 
Rainald Grebe (Hg.): Das Buch Dietmar – Dietmar Burdinski
Meisterwerke eines großen Humoristen
Verlag Volant & Quist, Dresden und Leipzig 2012
281 Seiten
24,90 Euro
ISBN: 978-3-86391-015-0

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Review: Batman: Arkham Origins (XBOX 360)

Endlich ist der lang ersehnte dritte Teil der Batman Arkham-Reihe im Fachhandel erhältlich. Viele Reviews und Tests sehen das Spiel als schwächstes Glied der Trilogie an, aber ist es wirklich so?

Warner Bros. Games Montreal

Warner Bros. Games Montreal

In meinen Augen geht es hauptsächlich um die Story. Wie wurde Batman zu dem, den er in den beiden Vorgängerteilen verkörperte? Wir spielen ungefähr zwei Jahre nachdem Bruce Wayne zum dunklen Ritter geworden ist. Für seine späteren Gegner ist die Fledermaus bis jetzt nicht mehr als ein Gerücht. Selbst für Captain (Commissioner) Gordon, ist Bats nur ein fremder Freak, der auf eigene Faust für die Gerechtigkeit kämpft, aber selbst das weiß er noch nicht sicher. Er ist also völlig auf sich allein gestellt. Aber genau das macht die Geschichte des Spiels so interessant. In einer der Anfangsmissionen muss man sich sogar die Verbrecher-Datenbank des Gotham City Police Departments besorgen, weil es Batman mit einem gewissen Joker zutun bekommt, der aber noch nie in Erscheinung getreten ist.
 
Das Spiel beginnt mit dem Ausbruch eines gewissen Black Mask aus dem Blackgate Prison. Er ist ein Mafia-Boss der Extraklasse, kontrolliert die halbe Stadt und will sich innerhalb von 24 Stunden der Fledermaus entledigen. Deshalb setzt er insgesamt acht Killer auf dessen Kopf an. Unter ihnen sind Bane, Deathstroke, Killer Croc und Firefly. Wer es schafft Batman am Weihnachtsabend zu töten, erhält 50 Millionen Doller und wird berühmt. Es ist allerdings sehr auffällig, dass Black Mask die deutsche Synchronstimme des Jokers aus den letzten Teilen erhalten hat. Dieser Umstand ließ in viele Foren und Webseiten schon wilde Spekulationen aufkommen, ob hinter den Machenschaften Black Masks nicht auch der Joker stecken könnte.

Warner Bros. Games Montreal

Warner Bros. Games Montreal

An der Grafik des Spiels hat sich nach meiner Auffassung nicht viel getan. Natürlich sind einige Texturen besser als die der Vorgänger aber trotzdem wird das Game immer noch mit derselben Unreal-Engine angetrieben wie der letzte Teil. Was aber kein Grund ist die Grafik abzuwerten. Schon im frühen Spielverlauf hat man Zugriff auf diverse Gadgets, die es einem ermöglichen, Gegner raffinierter auszuschalten oder an Riddler-Gegenstände zu kommen.
 
Fazit: Das Gerede darüber, dass dieser Teil der schlechteste der Reihe sein soll, kann ich nicht bestätigen. Es ist unterhaltsam, abwechslungsreich und spannend. Einziger Kritikpunkt meinerseits ist, dass das Kampfsystem hätte überarbeitet werden können. Leider ist jeder Kampf immer noch ein reines Buttonmashing. Aber wahrscheinlich wollte man Fans der ersten beide Teile nicht enttäuschen. Das Game ist nicht nur für Batman-Fans eine gute Ergänzung ihrer Sammlung, auch Gelegenheitsspieler werden Freude an Story und Detailverliebtheit des neuen Batman-Teils haben.
 
von Matze

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Zwette im Interview – Der Mann hinter dem Another Love Remix

Zwette heißt der neue Stern am DJ-Himmel, der aus der Thüringer Kleinstadt Kölleda stammt. Sein Remix von Tom Odells „Another Love“ geht noch immer rund um den Globus und hat mit mittlerweile mehr als 7 Millionen Klicks eine ganze Menge begeisterter Fans gewonnen. Höchste Zeit für uns, ihm ein paar Fragen über seine Karriere, seine Wurzeln und seine Zukunft zu stellen. von Nicole
 

Stephan Zeiße aka Zwette

Hallo Zwette, woher kommt eigentlich dein Name?
Der Name Zwette hat im Grunde keinerlei Bedeutung und wurde mir als Spitzname vor langer Zeit mal mit auf den Weg gegeben, als er durch meinen älteren Bruder bei einer stimmungsvollen Sause entstand und dann irgendwie an mir haften blieb..
 
Was hast du vorher beruflich gemacht? Ist das DJ-Dasein momentan deine Haupttätigkeit?
Ich habe nach der Schule eine Ausbildung zum Fliesen-, PLATTEN-, :-) und Mosaikleger gemacht und nach dem erfolgreichen Abschluss und meinem absolvierten Zivildienst beim DRK , hab ich mich als Dj selbstständig gemacht, weil ich schon damals gemerkt habe, dass es meine Leidenschaft ist, den Leuten mit (meiner) Musik Freude zu bereiten..
 
Mittlerweile bist du bei Global Stage unter Vertrag und Sony hat deinen „Another Love“-Edit (über 7 Mio Youtube-Aufrufe) als offiziellen Remix weltweit verbreitet. Kannst du kurz erzählen, wie es zu diesem Aufstieg kam?
Das ist eine etwas längere Geschichte und ich hab ja auch vor dem Remix von „Another Love“ schon viele Jahre Musik gemacht und mit meinen Plattenkoffern die verschiedensten Clubs von innen gesehen. Den Remix von Tom Odell’s Song hab ich eigentlich nur so zum Spaß gemacht, weil mir das Original gefiel und ich das Ganze in meinem Style für meine Auftritte benutzen wollte! So kam irgendwie eins zum anderen und der Remix ging um die Welt, nachdem viele meiner Kollegen ihn spielten und Youtube-Kanäle oder andere Internet-Blogs davon berichteten.
 
Was ist dein Stil – was macht Lieder von ,Zwette‘ aus?
Diese Frage müsste man den Leuten stellen, die mir bei Soundcloud oder Facebook „folgen“ und die meinen Style von anderen Dj’s unterscheiden können.. Sich und seine Musik selber zu beschreiben ist immer schwierig. :-)
 

Wie kamst du zur Musik?
In der Ausbildung hatte ich einen Lehrlingskollegen, der damals schon legendäre Plattenspieler besaß und damit seine eigenen Mixtapes machte, welche er dann mit zur Arbeit brachte und in einem alten, eingestaubten Baustellenradio vorführte… :-) Mir gefiel die Art, wie man Lieder zusammenmixen konnte und wie die verschiedensten Lieder in so einem Mix harmonierten. Meine Neugier war geweckt und ließ mich nie wieder los!
 

 
Arbeitest du hauptsächlich an Remixen oder auch an eigenen Songs?
Die Remixe, die ich mache, sind alle eigentlich zum Spaß und nur für bestimmte Leute aus meinem Kollegenkreis gedacht, aber nach „Another Love“ hat mich natürlich der Ehrgeiz gepackt, was eigenes auf die Beine zu stellen.. Ich sitze im Moment an neuen Stücken, die ich mit eingesungen Vocals talentierter Sänger aus der Region bei einem guten Label veröffentlichen möchte. Anfragen und Interesse (auch aus dem Ausland) ist da! Es gibt auch viele Anfragen von Dj-Kollegen, die eigene Werke veröffentlichen wollen und dabei einen Remix von mir mit einbinden und dann über ein Label verkaufen möchten.
 
Was sind die Herausforderungen als DJ?
„Leider“ ist es heutzutage so, dass es von technischer Seite her immer leichter wird, Musik aufzulegen und 2 einfache USB-Sticks mit guter Musik reichen meist schon, um sich „DJ“ nennen zu können. Es ist aber viel mehr, was dazu gehört, ein wirklich guter Dj zu sein! Die richtige Songauswahl zum richtigen Zeitpunkt, gutes/sauberes Mixing und eine Fähigkeit, auf die Leute eingehen zu können, um nicht einfach nur stur seinen Stiefel runter zu spielen! Lieder zu mixen bekommt mit der richtigen Ausrüstung wohl jeder hin, der etwas Rhythmus im Blut hat und seine Musik einigermaßen zusammenstellen kann! Natürlich profitiere auch ich von dem Fortschritt und es vereinfacht vieles, aber trotzdem ist diese neue Generation der Discjockeys meine persönliche Herausforderung! Ich kenne es noch aus meiner Anfangszeit und weiß, wie mühsam es ist, Schallplatten zu kaufen, sie in schweren Koffern zu transportieren und damit Musik zu machen. Das war und ist eine ganz eigene Kunst und die Kollegen von der alten Schule werden mir da sicher zustimmen. Die neue Dj-Generation sollte mehr Respekt vor dieser wunderbaren Berufung haben und meine Herausforderung besteht mittlerweile auch darin, in der heutigen Dj-Überflutung den Kopf oben zu behalten und mich von der Masse mit meinen Mitteln und meinem Musikgeschmack abzuheben.
 
Was verbindet dich mit Thüringen? Was findest du hier, was es sonst nirgendwo gibt? Was ist das Besondere an/in Thüringen?
Ich bin hier geboren und lebe gerne im grünen Herzen unseres Landes! Wir haben zwar nicht immer die besten Arbeitsbedingungen hier (Jobmangel, niedrige Stundenlöhne und andere wirtschaftliche Nachteile), aber die meisten Leute sind trotzdem glücklich und machen das Beste aus ihren Mitteln! Jeder ist seines Glückes eigener Schmied und kann in’s Ausland gehen oder in andere Regionen hierzulande ziehen! Diese Leute haben es sich dann verdient, eventuell mehr aus ihrem Leben machen zu können, aber mein Respekt gehört auf jeden Fall auch den Leuten, die sich hier ihre Wünsche erfüllen und auch mit eingeschränkten Möglichkeiten etwas großes aufbauen. Das Besondere an Thüringen sind neben der schönen Natur, dem ruhigen und stressfreien Leben aber auf jeden Fall die Menschen hier! Ich mag uns Thüringer halt einfach. :-)
 
Woran arbeitest du gerade und wie sehen deine Zukunftspläne aus?
Wie bereits erwähnt, arbeite ich gerade an eigenen Songs und es wird mit Sicherheit auch weiterhin Remixe in der bekannten Art von mir geben! Ich lasse die Zukunft ganz entspannt auf mich zukommen und werde auch dann noch Musik machen, wenn der große Hype um den veröffentlichen Remix vorbei ist. Ich möchte in Kürze auf jeden Fall etwas nachlegen, was die Leute eventuell ähnlich gut annehmen, wie den Edit von Another Love. Der Name Zwette hat zwar an sich keine Bedeutung, aber er sollte den Leuten nicht nur wegen diesem einen Erfolg in Erinnerung bleiben…

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Sieben Buchklassiker in 35 Sekunden

Diese Piktogramme fassen den Plot von sieben Büchern der Weltliteratur so einfach zusammen, dass man ihn in fünf Sekunden erfassen kann. Designed wurden sie von Matteo Civaschi und Gianmarco Milesi vom Designstudion H-57 und erschienen im Buch Life in Five Seconds.
 
“Life in Five Seconds takes 200 world events, inventions, great lives, places, animals and cultural icons that you really need to know about, and then, hey presto!, cuts away all the useless details.”
 

© Matteo Civaschi, Gianmarco Milesi H-57

Frankenstein – Mary Shelley
 

© Matteo Civaschi, Gianmarco Milesi H-57

Moby-Dick – Herman Melville
 

© Matteo Civaschi, Gianmarco Milesi H-57

Robinson Crusoe – Daniel Defoe
 

© Matteo Civaschi, Gianmarco Milesi H-57

Romeo and Juliet – William Shakespeare
 

© Matteo Civaschi, Gianmarco Milesi H-57

The Metamorphosis – Franz Kafka
 

© Matteo Civaschi, Gianmarco Milesi H-57

The Odyssey – Homer
 

© Matteo Civaschi, Gianmarco Milesi H-57

Wuthering Heights – Emily Brontë

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Halloween: Ein Spuk, zwei Meinungen

via weheartit

Keep Calm and say Boo
 
Ja, wie auch der Valentinstag ist Halloween ein Import aus den USA, der scheinbar hauptsächlich einem Zweck dient, nämlich jede Menge Geld auszugeben. Das kann man halten wie man will, jedenfalls wird niemand von einem bluttriefenden Zombie gezwungen sein Geld in Kürbisse und leuchtende Skelette zu investieren. Und ja, Halloween hat nichts mit unseren deutschen Traditionen zu tun, aber tatsächlich wissen viele auch nicht warum man das Alternativfest Martinstag, den Reformationstag oder wahlweise Allerheiligen feiert, also läuft es so ziemlich auf das gleiche hinaus. Und ganz ehrlich, welchem Kind geht es beim Martinstag wirklich ums Teilen und zwischenmenschlichen Idealismus?
 
Als Kind, das auf dem Dorf aufwachsen musste durfte, fand ich Martini klasse. Man ist mit seiner kleinen Laterne losgezogen, durfte ein bisschen länger aufbleiben und hatte schließlich einen riesigen Beutel voller Süßigkeiten. Prima. Am Ende, einer der besten Tage im Jahr. Aber mit der Zeit wurde man etwas zu alt cool, um bei fremden Leuten an der Tür zu klingeln, sie mit schiefen Gesängen zu belästigen und dann auch noch Süßigkeiten dafür zu verlangen. Damit fiel ein weiterer „Feiertag“ aus dem Kalender und hinterließ eine Lücke (im Süßigkeitenvorrat). Nachdem man einige Jahre ohne besondere Feierlichkeiten im tristen Herbst auskommen musste, kam dann irgendwann Halloween in unser Leben. Freilich war man auch dann noch zu cool, um an anderer Leute Türen zu klingeln und, wenn auch ohne Gesang, Süßigkeiten zu fordern, aber dafür darf man sich an Halloween verkleiden und dafür ist man nie zu alt oder zu cool. Zugegeben, das kann man zu Fasching auch, aber Halloween vereint in sich nur die guten Eigenschaften von Fasching, nämlich Kostüme und Süßigkeiten und garniert sie mit Blut und Spinnenweben. Damit ist Halloween eben nicht nur ein Fest für Kinder, sondern auch für verkleidungsliebende Erwachsene.
 
Wie bei den meisten christlichen Festen geht es am Martinstag eher andächtig zu.
Halloween hingegen bringt mit seiner gruseligen Atmosphäre, gespenstischen Kostümen, geschnitzten Kürbissen, Essen in Form von Gehirnen und abgehackten Händen und Schabernack um jeder Ecke, Gespenster, Zombies, Hexen und Mumien überall in der Stadt bringen soviel mehr Spaß als der andachtsvolle Martin. Der kommt hingegen nur mit moralischen Grundsätzen, trockenen Martinshörnchen und angekokelten Papierlampions daher.
 
Wenn mir also ein italienischer Mafiaboss eine 77er an die Schläfe halten und mich zwingen würde zwischen Halloween feiern oder lassen zu entscheiden, würde meine Wahl für Halloween ausgehen (es sei denn, der Mafiaboss wäre dagegen). Andernfalls bin ich für jeden Feiertag (außer Fasching) zu haben, an dem man die Möglichkeit hat, sich (gruselig) zu verkleiden. Wenn dann auch noch eine vermehrte Fernsehausstrahlung von Horrorfilmen zu verzeichnen wäre und man Essen in lustiger Gestalt serviert, bin ich dabei. von Steffi
 

via pinterest

Hello…Wayne?
 
Nun ist es wieder soweit. Der 31. Oktober naht und ich vermute, meine Kollegin war nicht die Einzige, die gefragt hat: „Was war da nochmal?“ Ja, naja, eigentlich ist es der Reformationstag, doch dank der Amis denken viele eher an gruselige Kostüme, Kürbisse und eine klingelnde Kindermeute, als an Martin Luther.
Mich persönlich nervt dieser ganze Spuk ja aus mehreren Gründen; Punkt 1: Wo bleibt der Spaß? In der fünften Jahreszeit wird wenigstens noch Wert auf lustige Unterhaltung gelegt, aber zu Halloween wird sich in Skelettsuits geschmissen und möglichst viel Ketchup als Blut auf den Klamotten verteilt, na Wahnsinn! Ich sehe mir keine Gruselfilme an und erst recht nicht son Zombiemist, bäh. Und warum um alles in der Welt sollte man Kindern beibringen, sich gegenseitig Angst einzujagen und sich mit Hexen und Untoten zu beschäftigen?! Die sollen doch ganz sorglos herumtollen und sich ihres Lebens freuen, solange es geht.
 
Und das mit den Süßigkeiten muss natürlich auch noch ausgenutzt werden. Ich will jetzt gar nicht auf der Konsumschiene rumreiten, von wegen is ja alles nur ein weiterer Tag, damit die Geschäfte mit ihrem Zuckerzeug Profit machen können. Aber, und das wäre Punkt 2, der erzieherische Aspekt. Dass die Kiddies an die Türen klopfen, ohne weiteres Zutun Süßes verlangen und wenn man nichts gibt oder rein zufällig nicht da ist, wird der Abtreter mit einem Eier-Ketchup-Klebe-Gemisch verschönert, hmm, was sagt denn das aus? Schon mal was von Freiwilligkeit und Zwang gehört? Klar, wenn das kleine Steppkes sind, die noch schüchtern nach nem Bonbon fragen, dann ist das schon ok; die mussten sich immerhin überwinden und kriegen was als Belohnung, aber bei älteren, pubertierenden Teenies? Die lernen dann, wenn ich nicht kriege, was ich will, dann zahl ich es dem anderen eben heim, in dem ich dessen Eigentum beschädige – ja, und da wundert man sich über die verlotterte Jugend, die angeblich keine Manieren und keinen Respekt vor anderen hat. Logisch!
 
Aber, was mich am meisten nervt, Punkt 3, warum muss es gerade der 31. sein?! Wenn es einem hauptsächlich ums Party machen geht, dann wär das doch viel logischer gewesen, man hätte Halloween auf einen anderen Tag verschoben, dann wäre das eben nur so halbwegs deckungsgleich mit den Amis, aber was soll‘s. Aber stattdessen, so‘n pseudo Konkurrenzkampf, pfff. Wir haben doch schon einen Feiertag, und Luthers Thesenanschlag, der die Reformation in der Kirche ausgelöst hat, ist es schon wert, gewürdigt zu werden – zumindest für mich, als evangelischen Christen. Aber leider – und das muss auch gesagt werden – hat es die Kirche nicht wirklich geschafft, diesen Feiertag in die heutige Zeit hinüber zu retten und den Leuten klarzumachen, worum es geht. Man könnte den Tag ja auch als Anlass nehmen, um, wie Luther, auf bestehende Missstände in der Gesellschaft, der Kirche oder der Politik hinzuweisen und zu zeigen, wo Veränderung und Verbesserung gebraucht wird. Das ist ja, beim Fasching beispielsweise, auch ein wichtiger Aspekt!
 
Also, am besten wäre es, beides miteinander zu verbinden, dann wäre Halloween zum Feiern und der Reformationstag für die ernsteren Themen da, aber ich fürchte, dafür würde ein Tag allein wahrscheinlich nicht ausreichen… von Nicole

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Evolution of Beyoncé by Pentatonix

Wir hatten vor ein paar Montaen schonmal ein tolles Medley von den Musikern von Pentatonix. Jetzt haben sie Beyoncé ein komplettes Medley gewidmet und es ist nicht weniger toll. Wie schon beim ersten Mal fasziniert mich besonders die unglaubliche Bassstimme des Herren vorn links.
 

via youtube

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