Kaum zu glauben, aber es wird noch verrückter in Russland

Nachdem es nun Homosexuellen verboten ist, öffentlich Zärtlichkeiten auszutauschen, insbesondere vor Kindern (man will den Kleinen ja nichts Falsches vorleben und ihr Weltbild verdrehen), brüten die Köpfe der Abgeordneten neue Verrücktheiten aus.
von Mandy
 

via scarlettnightshade/tumblr


 

Neben einer Reform des Zollrechts, die faktisch dafür sorgt, dass sogar synthetische Spitzenhöschen (ja, die klassische Baumwolle ist wieder da und soll es richten ;) ) keinen Platz mehr in der russischen Gesellschaft sowie deren Schlafzimmern finden sollen, sind die scheinbar auch im Geiste vergreisten Herren Politiker zu den Auffassungen gelangt, dass auch Rauchen von Frauen erst mit 40 erlaubt sein sollte und allen, die vor Kindern an einer Zigarette ziehen, droht folglich mit diesem Gesetz eine saftige Strafe. Auch hier möchte man den Kindern lediglich ein gutes Beispiel sein. Doch darf die Gesundheitsförderung hier ja nicht aufhören, da es noch viel schlimmere Risiken gibt.
 
So wurde daneben ein Gesetzesentwurf eingereicht, der Schuhfabriken die Höhe von Absätzen vorschreiben soll, da nunmal alles, was zu flach oder zu hoch ist, nicht gut für den gesunden Gang (Zur Wahlurne? Zum Militär? Der Gang der Gerechten? Wie nun?) ist. Man meint es ja schließlich gut mit den kommenden Generationen.
 
Und damit die Kleinen noch besser beschützt und behütet werden können, ist Fluchen ja mittlerweile in sämtlichen Medien ebenso verboten, damit die Kinder auch hier nicht schlechten Einflüssen ausgesetzt werden. Als ebensolche schlechte Einflüsse gelten natürlich das Erlernen von Fremdsprachen und Yoga. Sie sollten sich besser auf Russisch und traditionelle Kampfsportarten besinnen und als gute russische Frau die landestypische Küche beherrschen, statt sich anderen Kulturen zu öffnen.
 
In Russland vertritt man eben die Einstellung, dass man den Leuten nicht alles durchgehen lassen und erlauben kann, sonst käme man wieder in der Steinzeit an.
 
Na wenn da nicht schon die Steinzeit in den Köpfen angebrochen ist…
 

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Freude bei der Nationalelf nach dem unglaublichen 7:1-Kracher

André Schürrle via Twitter:

 
 
Lukas Podolski bei Instagram:
 
Mesut Özil bei Instagram:  
 
Mats Hummels über das “epic match” via Twitter:


 
 
Per Mertesacker aus dem Flugzeug via Twitter:

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Tolle Sachen | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Tipps für die WM – ohne Fußball!

Die vergangenen zwei Tage habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, was ich nur ohne Fußball anstellen soll. Zwei Tage Pause, ganz ohne WM-Spiel, waren schwer zu überstehen, jetzt, da man sich schon an die lustigen Fußballabende mit Freunden gewöhnt hatte. Wir kommentieren die Aufstellung der Mannschaften, die Spielweise, die Fähigkeiten der einzelnen Spieler, die Entscheidungen der Schiedsrichter und ganz hämisch auch die Kommentare des Kommentators, wenn das Spiel gerade nicht so spannend ist. Wir freuen und ärgern uns, lachen, schreien, jubeln und schimpfen zusammen. Doch in den letzten zwei Tagen mussten wir eine Zwangspause einlegen. Ich habe mir die Frage zwar nicht ernsthaft gestellt, aber doch darüber nachgedacht: Was machen all die WM-Rudelgucker ohne den Fußball? Was machen Menschen, die gar keinen Fußball mögen? Was kann man in den 90 oder 120 Minuten eines Spiels alles anstellen? Was ist alles möglich, wenn die Straßen leergefegt sind und abseits der Fan-Meilen kein Mensch weit und breit zu sehen ist? von Susann
 
Hier ein paar Tipps für ein WM-Spiel, das 18.00 Uhr beginnt:
 
 
1. Ohne Termin zum Friseur gehen!
 
 
2. Mit Rollschuhen auf der Hauptstraße cruisen!

 
3. Deinen Hund einmal Hund sein lassen, ohne Leine!
 
 
4. Die Politiker beobachten und sich darüber ärgern, dass wichtige Entscheidungen während der WM getroffen werden!  
 
 
5. Im Rosa-Tütü durch den sonst belebten Park tanzen!
 
 
6. Im Kino einen Parkettplatz bezahlen und in der Loge sitzen!

 
7. Sich heimlich an die Fan-Meile schleichen und über die verkleideten und geschminkten Menschen lustig machen!


 
8. Einkaufen gehen, ohne Gedrängel!

 
9. Mit Freunden in deiner Stadt den Film „I am legend“ nachstellen.

 
via reactiongifs und tumblr

Veröffentlicht unter Allgemein, Tolle Sachen | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Fundstück: So sieht es in Berlin zur Halbzeitpause aus….

Die Berliner Wasserbetriebe haben den “Spülstand” während des WM-Spiels Deutschland-Portugal ganz genau beobachtet und dazu eine aussagekräftige Grafik erstellt. von Susann
 
Auf der Homepage kann man sich das Ergebnis ansehen. “Um das Wassergebrauchs-Verhalten fußballbegeisterter Großstädter beobachten zu können, stellen wir Ihnen auf dieser Seite unsere ‘Spülanalyse’ vor”, heißt es hier. So kann der analyseaffine Berliner sehen, “wann der Drang, den Spülknopf zu betätigen, besonders groß gewesen ist.”
 

“Spülanalyse” Fußballweltmeisterschaft 2014, Gruppenspiel Deutschland – Portugal am 16. Juni 2014, Spielstand 4:0. via schleckysilberstein.com

 

Veröffentlicht unter Tolle Sachen | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Viel Spaß mit dem WM-Bullshit-Bingo

Was haben sich die Macher der Sendung „extra 3“ denn da ausgedacht? Pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien präsentieren sie das WM-Bullshit-Bingo. Ein einfaches Spiel, das für Spaß bei der langweiligsten Fußball-Begegnung sorgt und bei dem sicher jeder gewinnen kann – vorausgesetzt Béla Réthy kommentiert das Spiel. von Susann

 
So geht‘s: WM-Bullshit-Bingo ausdrucken (dazu am besten dem Bildlink folgen), Fußball gucken und genau auf den Kommentator hören. Für jeden Spruch, der während des Spiels fällt und der auf der Liste steht, könnt ihr ein Kästchen wegstreichen. Wer zuerst eine Reihe horizontal, diagonal oder vertikal komplett gestrichen hat, gewinnt.
 

WM-Bullshit-Bingo via extra 3

Viel Spaß!
 
Übrigens: Hier (http://bestofbelarethy.tumblr.com/) gibt es ein Best of der Sprüche von Béla Réthy. Sehr amüsant, wie ich finde.

Veröffentlicht unter Allgemein, Tolle Sachen | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Review: Turtle Beach XO Four

Seit einen halben Jahr können sich Spieler weltweit über neue Hardware von Sony und Microsoft freuen. Fernab vom eigentlichen Gerät verlangt der Ottonormalspieler aber auch nach Zubehör. Wird er bei beiden Herstellern mit Standard-Beilagen bezüglich der Kommunikation abgefertigt, stehen auch einige Dritthersteller in den Startlöchern, um gehobenere Ansprüche zu erfüllen. So zum Beispiel Turtle Beach. Mit den neuen XO Four und XO Seven Headsets der EarForce-Reihe, bietet der New Yorker Audiospezialist gleich zwei Hörer an, welche eine direkte Lizenz von Microsoft erhalten haben. In unserem neuen Hardwaretest schauen wir, was das mittelpreisige XO Four bieten kann. von Matze
 
Erster Eindruck
 
Kurz nach Erhalt des Päckchens, sehen wir, dass Turtle Beach auch weiterhin seiner Linie treu geblieben ist und den ersten Eindruck hochwertig daher kommen lässt. Pappschuber, geprägtes Logo auf dem Karton und so weiter. Aber reden wir nicht lange um den heißen Brei. Nach einer weiteren Pappschicht erblicken wir nun den eigentlichen Star unserer Show. Auf dem ersten Blick macht die Peripherie einiges her. Der Grundton Schwarz dominiert das Headset und passt perfekt zur Xbox One, grüne Akzente an den Hörern und den oberen Nähten bringen einen weiteren Bezug zur Hardware und der Marke Xbox. Alles in allem macht das XO Four einen sehr stimmigen und wertigen Eindruck. Ein kleines Highlight ist das abnehmbare Mikrofon, welches sonst nur beim höheren Preissegment zu finden ist und einen deutlich Unterschied zu unserem Referenzgerät (Turtle Beach X12) bietet.
 

via turtlebeach.com

via turtlebeach.com

Tragekomfort im Extremtest
 
In einer kleinen Hardcore-Session mit „Call of Duty: Ghosts“, welche rund neun Stunden andauert, testete ich das XO Four und wollte herausfinden, zu welchem Zeitpunkt das Headset nicht mehr zu tragen ist, beziehungsweise zu einem offensichtlichen Störfaktor wird oder ob man die Hörer überhaupt noch spürt. Die Session startete um 13 Uhr. Ich setzte das Headset auf und merkte, dass es definitiver einer festeren Sitz hat als unser Referenzgerät. Was zum einen gut ist, andererseits für mich als Brillenträger eher kontraproduktiv ist. Aber sei es drum. So stark ist mein Sehvermögen nicht beeinträchtigt, dass ich eine solche Session nicht mal ohne auskommen könnte. Bei Menschen, die definitiv eine Sehhilfe brauchen, sieht die Sache schon etwas anders aus. Also Brille ab und weiter gemacht. Positiv ist zu erwähnen, dass sich der Sound des Headsets um Längen besser anhört als beim X12. Selbst bei Explosionen in der direkten Nähe hört man noch so gut wie jeden Schritt seiner Gegenspieler. Die Bässe sind satt, Höhen und Mitteltöne ausgewogen. Einen kleinen Nachteil hat das XO Four allerdings zu unserer Referenz. War es beim “alten” Headset noch möglich, die Bässe zu regulieren, bietet das Vierer lediglich die Optionen, den Chat lauter und leiser zu stellen sowie den Spielsound und das eigene Micro komplett zu muten.
 
Nach guten drei Stunden merkte ich nichts mehr von den Kopfhören, was mich doch ein wenig überraschte. Einzig das Mikrofon war ständig in meinem Sichtfeld. Problem ist, dass es nicht die gleiche Flexibilität aufweisen kann, wie die des festverbauten Mics des X12. Das ist schade. Aber ich denke, die Ingenieure haben sich dabei was gedacht. Nach den kompletten neun Stunden Dauerbeschallung, fiel ich mit leichten Kriegssymptomen ins Bett. Das rührt daher, dass dieses Headset hält, was es verspricht. Das leichte Klingeln in den Ohren ist Zeugnis dafür, dass der Krieg in meinen Gehörgängen auch nach Krieg klang. Allerdings sollte man es mit der Lautstärke wahrhaftig nicht übertreiben. Das Ding ist wirklich laut! Was mir im Nachhinein noch aufgefallen ist, war, dass ich mich scheinbar sofort an die Länge das Kabels gewöhnt habe. Natürlich kann man bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 100 Euro kein kabelloses Headset verlangen, welches auch eine lange Lebensdauer hat. Aber ich war auch nicht mehr mit dem Kabel-Wirrwarr eines X12 konfrontiert. Zur Relation: Das X12 hat eine Kabellänge von rund neun Metern und muss nicht nur am Controller selbst, sondern eben auch an der Xbox angeschlossen werden. Die Länge des Kabels des XO Four hingehen beträgt gerade mal einen Meter und wird nur am Controller angeschlossen. Außerdem befinden sich die Knöpfe zum Regulieren der Lautstärken nun direkt an selbigem, so dass man nicht mehr die Hand vom Eingabegerät entfernen muss und alle wichtigen Funktionalitäten auf einen Haufen versammelt hat.
 
Nettes “Feature”
 
Schön ist auch, dass man das Headset nicht nur zuhause verwenden kann, sondern auch unterwegs. Der Controlleranschluss ist nämlich nicht fest verbaut, sondern ein Adapter. Das Headset bietet eine herkömmliche 3,5 mm-Klinke, die an den Adapter angeschlossen wird. So ist es möglich, das Mikrofon abzustecken und mit einem Smartphone oder Tablet zu verbinden. In Zeiten von Kopfhörern wie Beats und Co. macht dieses schmucke Teil auch einiges her und outet sich nicht nur als Gaming-Headset.
 

via turtlebeach.com

via turtlebeach.com

Fazit
 
Das XO Four von Turtle Beachs EarForce-Reihe muss sich nicht vor der recht überschaubaren Konkurrenz verstecken. Das Preis-Leistungsverhältnis ist gewohnt gut und lässt keine Wünsche offen. Der Sound ist ordentlich, die Bässe satt. Die Sprachqualität ist sauber und klar, ob im Spielchat oder in Skype-Telefonaten. Einziger Kritikpunkt meinerseits ist das recht starre, wenn auch abnehmbare Mikrofon des XO Four. Ich kann dieses Headset jedem Besitzer einer Xbox One wärmstens empfehlen, der ein wenig mehr Komfort im Gegensatz zum Standart Xbox One-Headsets verlangt. Wem die schlichte Farbgestaltung nicht zusagt, kann sich auch das XO Four im Titanfall-Design entscheiden. Aber Achtung! Hier werden zusätzliche 60 Euro für das Branding fällig.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Rezensionen, Tolle Sachen | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die Siedler von Catan: Deutschland vs. Wien

Siedler-Wien_Kosmos 2Zu allererst muss der Tatsache Respekt gezollt werden, dass bereits so viele verschiedene, erfolgreiche Variationen des Siedler-Klassikers existieren. Neben den üblichen Erweiterungen ,Städte und Ritter‘ oder ,Seefahrer‘, gibt es mit den Deutschland- und Wien-Specials, zwei weitere Möglichkeiten in die Siedler-Welt einzutauchen.
Beide Spiele sind keine Erweiterungen, sondern funktionieren eigenständig für drei bis vier Personen mit eigenen Straßen, Städten, Rohstoff- und Entwicklungskarten (+ dafür vorgesehenen Schubern!). Statt der Lege-Karten, aus denen sich das Spielfeld sonst variabel zusammen setzen lässt, gibt es hier ein einziges, festes Spielbrett. Dies ist absolut sinnvoll, da mit Deutschland bzw. Wien eine geografische Region bereits vorgegeben ist, an der sich die Spiele anlehnen. Auch das Spielprinzip ist gleichgeblieben. Man baut Siedlungen an Rohstoff-Feldern auf denen Zahlen abgebildet sind. Werden diese Zahlen gewürfelt, bekommt der Spieler die Rohstoffe und kann damit Straßen, Städte (+Wahrzeichen) bauen, mit seinen Mitspielern handeln und Entwicklungskarten erwerben.

Bild 049Deutschland:
Das Deutschland-Spielfeld hält sich nicht nur optisch, sondern auch von der Größe her ans Original und ist sogar zweifach ausklappbar. Städte und Rohstoff-Felder sind bereits vorgegeben; allerdings ebenfalls die Zahlen auf den Rohstoff-Feldern, sodass die Variantenvielfalt in dieser Hinsicht beschränkt wird. Auf den Rückseiten der vier Baustoff-Karten sind jeweils drei Städte angegeben, die die Siedlungsanfänge der Spieler markieren. Hierbei wurde darauf geachtet, dass die Rohstoffe ausgeglichen verteilt sind. Insofern sind die Vorgaben (vor allem für Siedler-Neulinge) eine Erleichterung zügig und flüssig ins Spiel einzusteigen, denn es dauert nicht allzu lange bis man an Rohstoffe kommt und mit dem Bauen beginnen kann.
Nicht nur die Städte sind vom Namen her auf der Karte wiederzufinden, sondern auch an die zahlreichen Wahrzeichen wurde gedacht. So sind beispielsweise die Dresdner Frauenkirche, der Kölner Dom oder die Wartburg in Eisenach als detailreich kreierte Plastikfiguren vorhanden, die neben Straßen und Städten errichtet werden können. Dafür gibt es eine einmalige Belohnung in Form zweier Rohstoffe, einer Straße oder Entwicklungskarte. In einem kleinen Almanach wird man sowohl zu den Wahrzeichen als auch Deutschlands Städten kurz und bündig informiert – eine tolle Idee!
 
Wien:
Das Spielfeld ist im catanischen Sechseck-Format gestaltet und spiegelt die österreichische Hauptstadt in Zeiten des Mittelalters wieder. Auf der Spielanleitung ist neben den Erläuterungen sowohl eine Stadtkarte aus dem 16. Jahrhundert – an die das Spielfeld angelehnt ist – als auch eine aktuelle Wien-Karte abgebildet. (Die ehemalige Stadt Wien macht hier gerade einmal ein Zehntel aus.) Durch die hellen Wege wirkt das Spielfeld auf den ersten Blick etwas konfus bzw. konturlos; wenn alle vier Spieler ihre Siedlungen gebaut haben, kann man es besser überblicken. In diesem Punkt hätten sich statt beige und orange stärkere, dunklere Spielerfarben klarer vom Hintergrund abgehoben.
Im Gegensatz zu den regulären Siedler-Spielen kann man in Wien anstelle von Wolle Weintrauben als Rohstoffkarte erwerben. Da der Wein im Mittelalter als Exportschlager Wiens bekannt war, wurde er kurzerhand integriert. Auf dem Spielfeld gibt es außerdem Häfen, die mittels einer Straße besetzt werden können. Hier kann, wie beim Original, allgemein 3:1 oder ein bestimmter Rohstoff im Verhältnis 2:1 getauscht werden. Wie auch bei der Deutschland-Edition gibt es beim Wiener-Spiel Sehenswürdigkeiten, wie den Stephansdom, die errichtet werden können – diese sind als Pappaufsteller gestaltet und mit einer zusätzlichen Info-Karte versehen.
 
Fazit:
Beide Spiele folgen in Bezug auf das Spielprinzip dem originalen Siedler und sind durch bebilderte Erklärungen und die Siedlungsvorgaben auf den Baukostenkarten auch für Einsteiger sehr gut geeignet. Der Spielplan und die einzelnen Spielteile sind optisch anspruchsvoll und filigran gestaltet. Sehr gut ist auch die Idee Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten einzubauen, allerdings wäre hier eine bessere Belohnung angebracht, da der Reiz des Wahrzeichens sonst schnell verloren geht. Insgesamt könnte es außerdem mehr Felder geben, auf denen man Städte bauen kann; denn bei einer Zahl von vier Spielern ist es so eine große Herausforderung die benötigten zehn Siegpunkte zu erlangen. Bei der Deutschland-Version ist es schade, dass es keine Häfen gibt – hier hätte man – ebenfalls mit Deutschland-Bezug – beispielsweise ins Erzgebirge einen Erzhafen oder in den Schwarzwald einen Holzhafen integrieren können.
 
Alles in allem aber sind beide Spiele mit sehr viel Mühe und Detailverliebtheit gestaltet und machen vor allem zu viert großen Spaß!
 
von Nicole
 
Klaus Teuber:
Die Siedler von Catan: Deutschland-Edition
Alter: ab 10 Jahren
Spieler: 3-4
Spieldauer: 75 Minuten
EAN: 4002051690649
 
Klaus Teuber:
Wien Catan

Alter: ab 10 Jahren
Spieler: 3-4
Spieldauer: 75 Minuten
300 x 300 x 76 mm (LxBxH)
EAN: 4002051694210

Veröffentlicht unter Allgemein, Rezensionen, Tolle Sachen | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Emily Murdoch: “Wenn ihr uns findet”

Die 14-jährige Carey und ihre kleine Schwester Janessa, meistens Ness genannt, leben seit Jahren in einem Wohnwagen mitten im Wald. Weit ab von der Zivilisation hat sie ihre drogenabhänige Mutter an diesen Ort gebracht, der seit langer Zeit ihr zu Hause ist. Dort gibt es weder Strom, noch fließend Wasser, die Kleidung der Kinder ist abgetragen und beschränkt sich auf ein Minimum. Auch das Essen ist mehr als spärlich gesät. Die Mutter kümmert sich wenig, bis gar nicht um sie, ist oft Tage ja sogar Wochen verschwunden und wenn sie denn mal da ist, dann ist sie meistens mit Drogen und Alkohol vollgepumpt, sodass Carey schon seit langem die Mutterrolle für Ness übernommen hat. Eines Tages taucht eine Sozialarbeiterin zusammen mit Careys Vater auf und befreit die Mädchen aus ihrer Situation. Aber damit hören die Probleme nicht auf. Nun gilt es, sich in einer für die beiden völlig fremden Welt neu zu orientieren und zurechtzufinden. von Nancy
 

Wenn ihr uns findet von Emily Murdoch, erschienen im Heyne-Verlag

Wenn ihr uns findet von Emily Murdoch, erschienen im Heyne-Verlag


 
Die Geschichte beginnt damit, dass Carey und Ness von der Sozialarbeiterin und ihrem Vater aus dem Wald, sie nennen ihn den Hundert-Morgen-Wald (wie der Wald von Winnie-Puh), geholt werden. Dabei überwiegt bei Carey nicht die Freude auf ein normales Leben, sondern die Angst vor dem Neuen und Unbekannten. Ihr ist bewusst, dass sie das Altbekannte für immer aufgeben muss, um neu anzufangen, in einer Welt, die sie nicht kennt und in der für sie kein Platz zu sein scheint. Immer wieder überkommt Carey im Laufe der Erzählung Heimweh nach dem Wald. Sie vermisst die Stille, das Vogelgezwitscher, die Einsamkeit.
„Meine neuen Kleider riechen nicht nach Holzfeuer, genau wie meine Haare und auch Janessa. Ich hätte nie gedacht, das es mir fehlen würde, aber so ist es… Auf dieselbe Weise wie mir die endlose Sternendecke fehlt und der Waldboden, der unser Teppich war.“
 
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Form aus der Sicht von Carey. Im Gegensatz zu ihrer Schwester, die sich recht schnell an das neue Leben gewöhnt, fällt es ihr schwer, sich mit der neuen Situation zurechtzufinden. Jahrelang war der Wald ihr zu Hause. Ihr ist bewusst, dass sie anders ist als die Teenager ihres Alters.
 
In gedanklichen Rückblenden erzählt Carey, wie die Mädchen in den Jahren im Wald lebten, wie sie den Alltag meisterten und auch was sie alles durchmachen mussten. Dabei ist besonders schwer zu ertragen, was eine Mutter ihren Kindern alles antun kann. Eine Mutter, die mit dem eigenen Leben nicht klarkommt und ihre Kinder dafür bezahlen lässt, sei es, das sie mit Abwesenheit glänzt oder sie für ein paar mickrige Dollar verkauft um ihre Drogensucht zu finanzieren.
 
Emily Murdoch gelingt es sehr gut den Zwiespalt in dem Carey seit ihrer Befreiung aus dem Wald verfangen ist, zu beschreiben und ihre Gedankenwelt nachvollziehbar zu machen. Auf der einen Seite fehlt ihr der Wald, sie fühlt sich in der neuen Welt unwohl, mit ihrer neuen Situation überfordert. Alles ist anders, es gibt zu viel Lärm, zu viel Hektik, „Die Welt hier draußen ist so schnell, so laut, so hektisch. Immer etwas zu tun, wobei nichts davon wirklich wichtig scheint.“ Auf der anderen Seite hasst sie das, was sie erlebt hat und durchmachen musste.  Murdoch beschreibt sehr gut, wie es für den Teenager ist, sich völlig neu orientieren zu müssen. Egal ob es dabei um den Schulalltag geht oder um so simple Dinge, wie shoppen zu gehen oder einen Burger zu essen. All das, was für andere selbstverständlich ist, ist für Carey und ihre Schwester Neuland, das es gilt zu meistern, ohne dabei bei die beiden Mädchen als dumm oder naiv dastehen zu lassen.
 
Man sollte sich nicht von dem meiner Meinung nach nicht so gut gelungenem Cover und dem Titel des Buches abhalten lassen, sich dieser Lektüre anzunehmen. Auch wenn das Thema schwere Kost ist und man als Leser häufig einen dicken Kloß Hals hat, ist das Buch sehr zu empfehlen. Vielleicht nicht unbedingt für 14-Jährige, sondern für eine ältere Leserschaft.  Wer jetzt denkt, dass es in dem Buch nur um dramatische Erlebnisse geht, der irrt. Es zeigt ebenso schön auf, wie stark Liebe, Geborgenheit und Zusammenhalt sein kann. Die intensive Bindung zwischen Carey und ihrer Schwester verdeutlicht, wie tief Geschwisterliebe sein kann. Auch ist es sehr schön zu verfolgen, wie sich Melissa, die Stiefmutter, fürsorglich um die beiden bemüht, ihnen Verständnis entgegenbringt und sie in vielen Situationen unterstützt. Sie ist geduldig, herzlich und einfühlsam. Das Buch wühlt auf und regt zum Nachdenken an und zeigt einmal mehr, dass man das, was als selbstverständlich gilt, mehr schätzen sollte.
 
EMILY MURDOCH
Wenn ihr uns findet
Ab 14 Jahren
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-53434-6

Veröffentlicht unter Allgemein, Rezensionen | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Ein Herz für Kükenmännchen

Weil in mir ein Tierfreund steckt, ich das Glück hatte naturnah aufzuwachsen und ich eine Henne namens Frieda hatte, will ich kurz vor Ostern doch einmal ein paar Worte zu Eiern, Küken und Co. loswerden. von Susann
 

 

via misslinsays/tumblr.com


 
Nein, das ist jetzt kein Beitrag zum Streit, wer als erstes da war (Ei oder Huhn) und auch kein Beitrag übers Eierfärben, -suchen, oder schaukeln.
 
Das ist nur freundlicher und gut gemeinter Appell: „Mensch denk doch mal nach, wo du deine Eier kaufst!“ Ich mag es ja auch nicht, ständig bevormundet zu werden – weder in Sachen der Ernährung, Kleidung oder Fahrweise noch beim Nikotin- und Kaffeekonsum, und schon gar nicht wenn es um ganz persönliche Dinge wie z.B. meine unverhältnismäßig große Leidenschaft für ständig neuen, bunten und glitzernden Ohrschmuck geht.
 
Doch ich will ja auch keinen von euch bevormunden. Ich will nur, dass ihr mal kurz nachdenkt: Hier geht es um Massenmord! Massenmord an kleinen flauschigen Küken.
 
Wusstet ihr, dass bei der Produktion von Eiern jährlich ca. 46 Millionen Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet werden? Warum? Weil sie männlich sind und keine Eier legen!
 
Dagegen kann man etwas tun, wir als Verbraucher. Lasst uns gemeinsam in diesem Jahr nicht die superbilligen, bunten Eier in der Plasteverpackung kaufen, sondern Bio-Eier. Die färben wir dann selbst. Das macht Spaß und ist viel individueller und wir brauchen kein allzu schlechtes Gewissen gegenüber den Tieren haben. 

Hier gibt es z.B. die Bruderhahn Initiative Deutschland, die versichert, dass keine kleinen Küken kurz nach dem Schlüpfen in den Schredder kommen, nur weil sie männlich sind. Wenn ihr jetzt denkt, es sei schwer an gute Eier zu kommen, fahrt doch einfach mal raus aus der Stadt ins umliegende Dorf. Dort verkauft euch bestimmt gern jemand frische Eier. Oder schaut euch in eurer Stadt um, hier gibt es Anbieter, die sich mit fairen Eiern gegen den „Brudermord“ einsetzen.
 

Veröffentlicht unter Allgemein, wieder was dazu gelernt | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die Absurditäten von Kim Kong und Co

via AFP - Bearbeitung: sla
Wer in der vergangenen Woche ein wenig die Nachrichten verfolgt hat, bekam vielleicht mit, dass immer wieder über abstruse Taten und Vorschläge von unseren drei „Lieblingsdiktatoren“ berichtet wurde. Ansich nichts ungewöhnliches, doch diese geballte Ladung innerhalb weniger Tage lässt einen wirklich wieder an der Zurechnungsfähigkeit dieser Personen zweifeln. Möglicherweise läuft ein geheimer Battle zwischen den Dreien, wer die verrückteren Ideen in seinem Land umsetzen kann. Es geht um die sogenannten „Landesväter“ Nordkoreas, Russlands und der Türkei: Kim Jong-un, Putin und Erdogan.

Fangen wir mit letzterem an; nachdem er sich offenbar noch nicht genug lächerlich gemacht hat mit einem nicht allzu schwer zu umgehenden Twitter-Verbot, aus Angst, es könnten noch mehr kompromittierende Informationen auf dieser Plattform auftauchen, brachte es Erdogan doch tatsächlich fertig, gefühlte drei Minuten nach der gerichtlich angeordneten Freigabe Twitters nun auch Youtube dichtzumachen. Ich frag mich sowieso, inwiefern der Ministerpräsident eines Landes das Recht hat, öffentliche Kanäle im Internet sperren zu lassen – dürfte Frau Merkel das auch?! – ist ja nicht so, dass er irgendwelche Rechte am großen weiten World Wide Web besäße, aber nun ja.
Kommen wir zu Putin: Es wurden Stimmen laut, die uns berichteten, Putin wolle, um nicht mehr von den Zahlungssystemen des Westens abhängig zu sein, eine eigene Kreditkarte einführen – eine Putin-Card quasi, die dann neben Visa- und MasterCard existieren würde. Den Vogel abgeschossen hat aber eindeutig Kim Jong-un – war ja zu erwarten – mit seiner Anordnung, dass Studenten künftig nur noch seine herrschaftliche Frisur tragen sollten. Bisher waren für Männer zehn und für Frauen 18 (großzügig!) Frisuren zulässig. Kann man sowas glauben, Frisuren-Vorschriften?!?

Nun fragt man sich natürlich, was bei diesen Leuten schief gelaufen ist – war es die Kindheit oder die Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte währende Tradition, die es ihnen erlaubt gegen jede Vernunft und Verantwortung Entscheidungen zu treffen und ihr ganzes Volk zu bevormunden? Es kann eigentlich auch nicht nur am Alter liegen, denn obwohl Erdogan und Putin mit 60 und 61 Jahren fast gleich alt sind, ist Kim Jong-un gerade einmal halb so lange auf der Erde. Es kann natürlich auch sein, dass die nordkoreanische Tradition der Volksunterdrückung schon so lange währt, sodass hier ein Jahr quasi doppelt zählt und ein 30-Jähriger einem 60-Jährigen entspricht, während sich bei den anderen die Gier nach Macht länger entwickeln musste und nun auf dem Zenit steht. Das Ganze wird dann noch gepaart mit einem klaren Patriarchats-Bewusstsein und der Erkenntnis, dass man mit 60 mindestens zwei Drittel seines Lebens schon hinter sich hat.

Als ich kürzlich das tolle Buch ,Nachtauge‘ von Titus Müller gelesen habe, blieb mir die Aussage einer Figur im Kopf, die sich bei einer Hitler Jugend-Veranstaltung sinngemäß fragte, was wohl nach dieser Hitler-Jugend käme, etwa eine Schmidt-Jugend oder etwas ganz anderes? Die Frage nach der Zukunft dieser Länder stellt sich mir bei diesen kruden Typen auch, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

von Nicole

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar