Review: Turtle Beach XO Four

Seit einen halben Jahr können sich Spieler weltweit über neue Hardware von Sony und Microsoft freuen. Fernab vom eigentlichen Gerät verlangt der Ottonormalspieler aber auch nach Zubehör. Wird er bei beiden Herstellern mit Standard-Beilagen bezüglich der Kommunikation abgefertigt, stehen auch einige Dritthersteller in den Startlöchern, um gehobenere Ansprüche zu erfüllen. So zum Beispiel Turtle Beach. Mit den neuen XO Four und XO Seven Headsets der EarForce-Reihe, bietet der New Yorker Audiospezialist gleich zwei Hörer an, welche eine direkte Lizenz von Microsoft erhalten haben. In unserem neuen Hardwaretest schauen wir, was das mittelpreisige XO Four bieten kann. von Matze
 
Erster Eindruck
 
Kurz nach Erhalt des Päckchens, sehen wir, dass Turtle Beach auch weiterhin seiner Linie treu geblieben ist und den ersten Eindruck hochwertig daher kommen lässt. Pappschuber, geprägtes Logo auf dem Karton und so weiter. Aber reden wir nicht lange um den heißen Brei. Nach einer weiteren Pappschicht erblicken wir nun den eigentlichen Star unserer Show. Auf dem ersten Blick macht die Peripherie einiges her. Der Grundton Schwarz dominiert das Headset und passt perfekt zur Xbox One, grüne Akzente an den Hörern und den oberen Nähten bringen einen weiteren Bezug zur Hardware und der Marke Xbox. Alles in allem macht das XO Four einen sehr stimmigen und wertigen Eindruck. Ein kleines Highlight ist das abnehmbare Mikrofon, welches sonst nur beim höheren Preissegment zu finden ist und einen deutlich Unterschied zu unserem Referenzgerät (Turtle Beach X12) bietet.
 

via turtlebeach.com

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Tragekomfort im Extremtest
 
In einer kleinen Hardcore-Session mit „Call of Duty: Ghosts“, welche rund neun Stunden andauert, testete ich das XO Four und wollte herausfinden, zu welchem Zeitpunkt das Headset nicht mehr zu tragen ist, beziehungsweise zu einem offensichtlichen Störfaktor wird oder ob man die Hörer überhaupt noch spürt. Die Session startete um 13 Uhr. Ich setzte das Headset auf und merkte, dass es definitiver einer festeren Sitz hat als unser Referenzgerät. Was zum einen gut ist, andererseits für mich als Brillenträger eher kontraproduktiv ist. Aber sei es drum. So stark ist mein Sehvermögen nicht beeinträchtigt, dass ich eine solche Session nicht mal ohne auskommen könnte. Bei Menschen, die definitiv eine Sehhilfe brauchen, sieht die Sache schon etwas anders aus. Also Brille ab und weiter gemacht. Positiv ist zu erwähnen, dass sich der Sound des Headsets um Längen besser anhört als beim X12. Selbst bei Explosionen in der direkten Nähe hört man noch so gut wie jeden Schritt seiner Gegenspieler. Die Bässe sind satt, Höhen und Mitteltöne ausgewogen. Einen kleinen Nachteil hat das XO Four allerdings zu unserer Referenz. War es beim “alten” Headset noch möglich, die Bässe zu regulieren, bietet das Vierer lediglich die Optionen, den Chat lauter und leiser zu stellen sowie den Spielsound und das eigene Micro komplett zu muten.
 
Nach guten drei Stunden merkte ich nichts mehr von den Kopfhören, was mich doch ein wenig überraschte. Einzig das Mikrofon war ständig in meinem Sichtfeld. Problem ist, dass es nicht die gleiche Flexibilität aufweisen kann, wie die des festverbauten Mics des X12. Das ist schade. Aber ich denke, die Ingenieure haben sich dabei was gedacht. Nach den kompletten neun Stunden Dauerbeschallung, fiel ich mit leichten Kriegssymptomen ins Bett. Das rührt daher, dass dieses Headset hält, was es verspricht. Das leichte Klingeln in den Ohren ist Zeugnis dafür, dass der Krieg in meinen Gehörgängen auch nach Krieg klang. Allerdings sollte man es mit der Lautstärke wahrhaftig nicht übertreiben. Das Ding ist wirklich laut! Was mir im Nachhinein noch aufgefallen ist, war, dass ich mich scheinbar sofort an die Länge das Kabels gewöhnt habe. Natürlich kann man bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 100 Euro kein kabelloses Headset verlangen, welches auch eine lange Lebensdauer hat. Aber ich war auch nicht mehr mit dem Kabel-Wirrwarr eines X12 konfrontiert. Zur Relation: Das X12 hat eine Kabellänge von rund neun Metern und muss nicht nur am Controller selbst, sondern eben auch an der Xbox angeschlossen werden. Die Länge des Kabels des XO Four hingehen beträgt gerade mal einen Meter und wird nur am Controller angeschlossen. Außerdem befinden sich die Knöpfe zum Regulieren der Lautstärken nun direkt an selbigem, so dass man nicht mehr die Hand vom Eingabegerät entfernen muss und alle wichtigen Funktionalitäten auf einen Haufen versammelt hat.
 
Nettes “Feature”
 
Schön ist auch, dass man das Headset nicht nur zuhause verwenden kann, sondern auch unterwegs. Der Controlleranschluss ist nämlich nicht fest verbaut, sondern ein Adapter. Das Headset bietet eine herkömmliche 3,5 mm-Klinke, die an den Adapter angeschlossen wird. So ist es möglich, das Mikrofon abzustecken und mit einem Smartphone oder Tablet zu verbinden. In Zeiten von Kopfhörern wie Beats und Co. macht dieses schmucke Teil auch einiges her und outet sich nicht nur als Gaming-Headset.
 

via turtlebeach.com

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Fazit
 
Das XO Four von Turtle Beachs EarForce-Reihe muss sich nicht vor der recht überschaubaren Konkurrenz verstecken. Das Preis-Leistungsverhältnis ist gewohnt gut und lässt keine Wünsche offen. Der Sound ist ordentlich, die Bässe satt. Die Sprachqualität ist sauber und klar, ob im Spielchat oder in Skype-Telefonaten. Einziger Kritikpunkt meinerseits ist das recht starre, wenn auch abnehmbare Mikrofon des XO Four. Ich kann dieses Headset jedem Besitzer einer Xbox One wärmstens empfehlen, der ein wenig mehr Komfort im Gegensatz zum Standart Xbox One-Headsets verlangt. Wem die schlichte Farbgestaltung nicht zusagt, kann sich auch das XO Four im Titanfall-Design entscheiden. Aber Achtung! Hier werden zusätzliche 60 Euro für das Branding fällig.

 

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