Die Siedler von Catan: Deutschland vs. Wien

Siedler-Wien_Kosmos 2Zu allererst muss der Tatsache Respekt gezollt werden, dass bereits so viele verschiedene, erfolgreiche Variationen des Siedler-Klassikers existieren. Neben den üblichen Erweiterungen ,Städte und Ritter‘ oder ,Seefahrer‘, gibt es mit den Deutschland- und Wien-Specials, zwei weitere Möglichkeiten in die Siedler-Welt einzutauchen.
Beide Spiele sind keine Erweiterungen, sondern funktionieren eigenständig für drei bis vier Personen mit eigenen Straßen, Städten, Rohstoff- und Entwicklungskarten (+ dafür vorgesehenen Schubern!). Statt der Lege-Karten, aus denen sich das Spielfeld sonst variabel zusammen setzen lässt, gibt es hier ein einziges, festes Spielbrett. Dies ist absolut sinnvoll, da mit Deutschland bzw. Wien eine geografische Region bereits vorgegeben ist, an der sich die Spiele anlehnen. Auch das Spielprinzip ist gleichgeblieben. Man baut Siedlungen an Rohstoff-Feldern auf denen Zahlen abgebildet sind. Werden diese Zahlen gewürfelt, bekommt der Spieler die Rohstoffe und kann damit Straßen, Städte (+Wahrzeichen) bauen, mit seinen Mitspielern handeln und Entwicklungskarten erwerben.

Bild 049Deutschland:
Das Deutschland-Spielfeld hält sich nicht nur optisch, sondern auch von der Größe her ans Original und ist sogar zweifach ausklappbar. Städte und Rohstoff-Felder sind bereits vorgegeben; allerdings ebenfalls die Zahlen auf den Rohstoff-Feldern, sodass die Variantenvielfalt in dieser Hinsicht beschränkt wird. Auf den Rückseiten der vier Baustoff-Karten sind jeweils drei Städte angegeben, die die Siedlungsanfänge der Spieler markieren. Hierbei wurde darauf geachtet, dass die Rohstoffe ausgeglichen verteilt sind. Insofern sind die Vorgaben (vor allem für Siedler-Neulinge) eine Erleichterung zügig und flüssig ins Spiel einzusteigen, denn es dauert nicht allzu lange bis man an Rohstoffe kommt und mit dem Bauen beginnen kann.
Nicht nur die Städte sind vom Namen her auf der Karte wiederzufinden, sondern auch an die zahlreichen Wahrzeichen wurde gedacht. So sind beispielsweise die Dresdner Frauenkirche, der Kölner Dom oder die Wartburg in Eisenach als detailreich kreierte Plastikfiguren vorhanden, die neben Straßen und Städten errichtet werden können. Dafür gibt es eine einmalige Belohnung in Form zweier Rohstoffe, einer Straße oder Entwicklungskarte. In einem kleinen Almanach wird man sowohl zu den Wahrzeichen als auch Deutschlands Städten kurz und bündig informiert – eine tolle Idee!
 
Wien:
Das Spielfeld ist im catanischen Sechseck-Format gestaltet und spiegelt die österreichische Hauptstadt in Zeiten des Mittelalters wieder. Auf der Spielanleitung ist neben den Erläuterungen sowohl eine Stadtkarte aus dem 16. Jahrhundert – an die das Spielfeld angelehnt ist – als auch eine aktuelle Wien-Karte abgebildet. (Die ehemalige Stadt Wien macht hier gerade einmal ein Zehntel aus.) Durch die hellen Wege wirkt das Spielfeld auf den ersten Blick etwas konfus bzw. konturlos; wenn alle vier Spieler ihre Siedlungen gebaut haben, kann man es besser überblicken. In diesem Punkt hätten sich statt beige und orange stärkere, dunklere Spielerfarben klarer vom Hintergrund abgehoben.
Im Gegensatz zu den regulären Siedler-Spielen kann man in Wien anstelle von Wolle Weintrauben als Rohstoffkarte erwerben. Da der Wein im Mittelalter als Exportschlager Wiens bekannt war, wurde er kurzerhand integriert. Auf dem Spielfeld gibt es außerdem Häfen, die mittels einer Straße besetzt werden können. Hier kann, wie beim Original, allgemein 3:1 oder ein bestimmter Rohstoff im Verhältnis 2:1 getauscht werden. Wie auch bei der Deutschland-Edition gibt es beim Wiener-Spiel Sehenswürdigkeiten, wie den Stephansdom, die errichtet werden können – diese sind als Pappaufsteller gestaltet und mit einer zusätzlichen Info-Karte versehen.
 
Fazit:
Beide Spiele folgen in Bezug auf das Spielprinzip dem originalen Siedler und sind durch bebilderte Erklärungen und die Siedlungsvorgaben auf den Baukostenkarten auch für Einsteiger sehr gut geeignet. Der Spielplan und die einzelnen Spielteile sind optisch anspruchsvoll und filigran gestaltet. Sehr gut ist auch die Idee Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten einzubauen, allerdings wäre hier eine bessere Belohnung angebracht, da der Reiz des Wahrzeichens sonst schnell verloren geht. Insgesamt könnte es außerdem mehr Felder geben, auf denen man Städte bauen kann; denn bei einer Zahl von vier Spielern ist es so eine große Herausforderung die benötigten zehn Siegpunkte zu erlangen. Bei der Deutschland-Version ist es schade, dass es keine Häfen gibt – hier hätte man – ebenfalls mit Deutschland-Bezug – beispielsweise ins Erzgebirge einen Erzhafen oder in den Schwarzwald einen Holzhafen integrieren können.
 
Alles in allem aber sind beide Spiele mit sehr viel Mühe und Detailverliebtheit gestaltet und machen vor allem zu viert großen Spaß!
 
von Nicole
 
Klaus Teuber:
Die Siedler von Catan: Deutschland-Edition
Alter: ab 10 Jahren
Spieler: 3-4
Spieldauer: 75 Minuten
EAN: 4002051690649
 
Klaus Teuber:
Wien Catan

Alter: ab 10 Jahren
Spieler: 3-4
Spieldauer: 75 Minuten
300 x 300 x 76 mm (LxBxH)
EAN: 4002051694210

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