Die Absurditäten von Kim Kong und Co

via AFP - Bearbeitung: sla
Wer in der vergangenen Woche ein wenig die Nachrichten verfolgt hat, bekam vielleicht mit, dass immer wieder über abstruse Taten und Vorschläge von unseren drei „Lieblingsdiktatoren“ berichtet wurde. Ansich nichts ungewöhnliches, doch diese geballte Ladung innerhalb weniger Tage lässt einen wirklich wieder an der Zurechnungsfähigkeit dieser Personen zweifeln. Möglicherweise läuft ein geheimer Battle zwischen den Dreien, wer die verrückteren Ideen in seinem Land umsetzen kann. Es geht um die sogenannten „Landesväter“ Nordkoreas, Russlands und der Türkei: Kim Jong-un, Putin und Erdogan.

Fangen wir mit letzterem an; nachdem er sich offenbar noch nicht genug lächerlich gemacht hat mit einem nicht allzu schwer zu umgehenden Twitter-Verbot, aus Angst, es könnten noch mehr kompromittierende Informationen auf dieser Plattform auftauchen, brachte es Erdogan doch tatsächlich fertig, gefühlte drei Minuten nach der gerichtlich angeordneten Freigabe Twitters nun auch Youtube dichtzumachen. Ich frag mich sowieso, inwiefern der Ministerpräsident eines Landes das Recht hat, öffentliche Kanäle im Internet sperren zu lassen – dürfte Frau Merkel das auch?! – ist ja nicht so, dass er irgendwelche Rechte am großen weiten World Wide Web besäße, aber nun ja.
Kommen wir zu Putin: Es wurden Stimmen laut, die uns berichteten, Putin wolle, um nicht mehr von den Zahlungssystemen des Westens abhängig zu sein, eine eigene Kreditkarte einführen – eine Putin-Card quasi, die dann neben Visa- und MasterCard existieren würde. Den Vogel abgeschossen hat aber eindeutig Kim Jong-un – war ja zu erwarten – mit seiner Anordnung, dass Studenten künftig nur noch seine herrschaftliche Frisur tragen sollten. Bisher waren für Männer zehn und für Frauen 18 (großzügig!) Frisuren zulässig. Kann man sowas glauben, Frisuren-Vorschriften?!?

Nun fragt man sich natürlich, was bei diesen Leuten schief gelaufen ist – war es die Kindheit oder die Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte währende Tradition, die es ihnen erlaubt gegen jede Vernunft und Verantwortung Entscheidungen zu treffen und ihr ganzes Volk zu bevormunden? Es kann eigentlich auch nicht nur am Alter liegen, denn obwohl Erdogan und Putin mit 60 und 61 Jahren fast gleich alt sind, ist Kim Jong-un gerade einmal halb so lange auf der Erde. Es kann natürlich auch sein, dass die nordkoreanische Tradition der Volksunterdrückung schon so lange währt, sodass hier ein Jahr quasi doppelt zählt und ein 30-Jähriger einem 60-Jährigen entspricht, während sich bei den anderen die Gier nach Macht länger entwickeln musste und nun auf dem Zenit steht. Das Ganze wird dann noch gepaart mit einem klaren Patriarchats-Bewusstsein und der Erkenntnis, dass man mit 60 mindestens zwei Drittel seines Lebens schon hinter sich hat.

Als ich kürzlich das tolle Buch ,Nachtauge‘ von Titus Müller gelesen habe, blieb mir die Aussage einer Figur im Kopf, die sich bei einer Hitler Jugend-Veranstaltung sinngemäß fragte, was wohl nach dieser Hitler-Jugend käme, etwa eine Schmidt-Jugend oder etwas ganz anderes? Die Frage nach der Zukunft dieser Länder stellt sich mir bei diesen kruden Typen auch, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

von Nicole

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