Jan Weiler: Das Pubertier

„Sie waren süß. Sie waren niedlich. Jeden Milchzahn hat man als Meilenstein gefeiert. Aber irgendwann mutieren die Kinder von fröhlichen, neugierigen und nett anzuschauenden Wesen zu muffeligen, maulfaulen und hysterischen Pubertieren.“

von Nancy
 

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Jan Weiler: Das Pubertier, © Rowohlt.

Wenn Heranwachsenden die Eltern peinlich sind, sie null Bock auf alles und nichts haben und Stimmungsschwankungen ihren Höhepunkt erreichen, dann befinden sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit in der Pubertät. Das ist keine leichte Phase, -für den Teenager nicht und ganz besonders für die Leute um ihn herum. Da wird lieber gechillt als aufgeräumt, gemault als vernünftige Gespräche geführt und alles, was die Eltern sagen, ist sowieso doof, altbacken und uncool.
 
Jan Weiler, Journalist und Schriftsteller, hat sich dieser Problematik in charmanter, frecher und vor allem witziger Weise angenommen und verschiedenste Kolumnen zur Pubertät verfasst. Objekt seiner Untersuchungen ist seine fiktive Tochter Carla, deren Einstellungen, Lebensweise und Macken er in seinem Buch „Das Pubertier“ genauestens analysiert.
 
In 25 Kapiteln erläutert Jan Weiler, wie es ist, als Vater unter einem Dach mit einem „Pubertier“ zu leben. Dabei sind die kurzweiligen Geschichten nicht nur zum Schmunzeln (ja sogar zum laut Auflachen) komisch, sondern werden den Einen oder Anderen zu einem zustimmenden Nicken veranlassen. Sei es, dass man selbst gerade in der Situation ist, ein solches Wesen zu Hause oder Bekanntenkreis zu haben, oder, dass man sich an die eigene Jugend erinnert.
 
Dabei geht Weiler in seinem Buch auf mehr oder weniger alltägliche Situationen ein, die es mit einem Pubertier zu bewältigen gilt. Egal ob es dabei um das leidige Thema Ordnung geht, das Ausrichten und Durchführen einer Geburtstagsparty oder nur darum, mit einem Teenager ein Picknick zu veranstalten. Alles eigentlich Dinge, die normalerweise kein Problem darstellen. Normalerweise, mit einem Pubertier sieht das schon anders aus.
 
„Er bittet das Pubertier, die saubere Kleidung in den Schrank legen […] Und außerdem möge der ganze Raum in jenen glücklichen Zustand versetzt werden, der das letzte Mal kurz vor Ostern für wenige Tage zu besichtigen war. Der Versuchsleiter spricht diese Worte in einen Berg von Klamotten hinein. Das Pubertier selbst ist nicht zu sehen. Um es zu finden, müsste sich der Versuchsleiter im bergmännischen Vortrieb durch den Haufen wühlen.“
 
Fazit: Wer einmal wirklich herzhaft lachen möchte, für den ist „Das Pubertier“ genau das Richtige. Mit seinen 121 Seiten liest sich die Lektüre auch einfach mal so zwischendurch. Absolut empfehlenswert!
 
Jan Weiler
Das Pubertier
Rowohlt Verlag
ISBN 978-3-463-40655-8
 
 

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