Rambazamba in der Pampa!
ZDF-Vorzeige-Saubermann Markus Lanz gegen Linken-Galionsfigur Sahra Wagenknecht

Der 16. Januar – für manche ein normaler Donnerstag, für andere wurde an diesem Tag die Büchse der Pandora geöffnet. Man könnte vermuten, es wäre bei einer Sendung wie „Tatort“ oder „Wetten, dass..?“ passiert, bei der es zig Millionen Zuschauer gibt; irgendeine Art Fauxpas, der die Nation seither mehr aufregt als Larissa Marolt im „Dschungelcamp“. Aber nein, es passierte quasi in der Pampa, in dem kleinen Spätprogramm des ZDF, bei der Talkshow von Markus Lanz.
 

via radioactivegrrl/tumblr

Was hier so eine riesige Medienaufmerksam erregen konnte? Markus Lanz hatte Sahra Wagenknecht eingeladen. Nun ja, das weibliche Flaggschiff der Linken lässt sich des Öfteren in Talkshows sehen und war auch schon mehrmals bei Lanz zu Gast, wusste also ungefähr, was und vor allem wer sie – zumindest in Gestalt des Moderators – erwartet. Als äquivalentes Gesprächs-Pendant gesellte sich Hans-Ulrich Jörges dazu, Journalist und u.a. Teil der Stern-Chefredaktion.
Man hätte nach der Vorstellung der Gäste sagen können: ,Ring frei!‘, denn in den folgenden ca. 37 Minuten lieferten sich Wagenknecht und Jörges einen politischen Schlagabtausch der Extraklasse und Moderator Lanz stellte zwischendurch ein paar Fragen. Ja, es war schon ungewöhnlich, dass immerhin die halbe Sendezeit lang lediglich zwei Gäste plus Moderator zu Wort kamen und kein anderer einen Einwand wagte, ganz geflasht von diesem Showdown. Moritz Bleibtreu gab ganz verdattert zu: „Also, damit hatte ich nicht gerechnet.“
In diesen 37 Minuten hatte Sahra Wagenknecht eine alleinige Redezeit von ca. 15 Minuten – ich habe die Zeit selbst gestoppt – nicht schlecht in einer Sendung mit fünf Gästen! Gesetzt den Fall, es gäbe keine Fragen, Pausen und Einspieler hätte natürlich theoretisch jeder 15 min Redezeit bei dem 75 minütigen Format. Ergo, Frau Wagenknecht hat schon ein paar Minuten der anderen Gäste übernommen und kann sich dementsprechend wirklich nicht beschweren, dass sie ihre Positionen nicht ausführlich hätte darlegen können!
 
Ja, phasenweise hatte Herr Lanz drei-, viermal nachgefragt, aber:
1.) so ein bisschen Dazwischenquatscherei bzw. Sätze des anderen beenden, ist eben seine Art und wenn man‘s furchtbar findet, geht man nicht hin
2.) muss es als Moderator legitim sein Nachfragen zu stellen und das auch mehrfach, wenn der Gefragte ausweicht (Spezialität der Politiker) zumal er meist sehr höflich geblieben ist: „Entschuldigung, hier muss ich nochmal nachfragen/einhaken etc.“
3.) hat er während der Sendung auch schon selbst reflektiert zugegeben, dass die beiden (Lanz und Wagenknecht) in dem Punkt Europa z.B. schon mal aneinander geraten sind bzw. einfach nicht auf einen Nenner kommen und dass es Sahra Wagenknecht als einzige Frau in der Runde nicht leicht hatte. Man hatte das Gefühl, es war ein Thema über das sich Lanz selbst aufgeregt hat und er deshalb etwas, wie er es nannte „rustikaler“ wurde – er war – im Gegensatz zu ein paar Aussagen von Herrn Jörges – aber in keinster Weise beleidigend
4.) denke ich, dass Lanz manche Fragen, wie beispielsweise nach dem Verdienst Wagenknechts, gestellt hat, um es dem Zuschauer zu vereinfachen, am Ball zu bleiben und diesen regelrechten Opinion-Clash ein bisschen runterzubrechen. Klassisches Beispiel für diese Methode ist Stefan Raab bei „Schlag den Raab“, der immer tausend Nachfragen vor jedem Spiel hat – die er, meiner Meinung nach, aber nicht stellt, weil er die Regeln nicht begreift, sondern weil er will, dass auch der letzte Zuschauer alles geschnallt hat.
 
Was also ist passiert? Ein Moderator hat an einigen Stellen etwas zu beherzt bzw. penetrant nachgehakt – er wurde nicht beleidigend und der Fragestil war – wenn man zum Beispiel an die expliziten Politik-Talkrunden denkt – nicht ungewöhnlich.

Und darum regen sich zigtausend Leute auf? Das ist das Furchtbarste, was es im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen gibt? Ich bitte euch, was ist schon eine Sendung wie „Markus Lanz“ im Vergleich zu Rote Rosen oder Sturm der Liebe?!? Sein Format läuft zudem erst um 23.15 Uhr, da sind nun wirklich wenige Leute noch munter und gezwungen sich das anzugucken!
 
Im Gegensatz dazu läuft aber heute zur Prime-Time Fußball – das ist erstmal ein Spartenprgramm und eine Zumutung, für die ich Gebühren zahlen muss!!!
Mal sehen wie viele Leute ich per Online-Petition zusammenkriege, die dafür sind, diese lästigen Übertragungen auf Sonntagnachmittag zu verschieben…

von Nicole
 

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