Sven Ulrich: Krokofantenküsse

Rowohlt Verlag

Lasse, ein Yuppie Anfang 30, träumt von einer Karriere als Fotograf für die Modebranche. Bisher hat er dahingehend aber noch nicht allzu viel erreicht. Er schlägt sich mehr schlecht als recht als Hochzeitsfotograf durch, hat aber im Gegensatz zu seinem besten Freund Macke seinen großen Traum noch nicht aufgegeben. Gerade als ihm die Chance seines Lebens geboten wird, bittet ihn seine Schwester auf ihren zweijährigen Sohn aufzupassen.

Paula hat sich ihren beruflichen Traum schon erfüllt. Sie ist Leiterin des Kindergartens „Die wilden Mirabellen“, der sich auf einem alten Schrebergartengrundstück befindet. Sie lebt zusammen mit ihrer Freundin Wiebke in einer Berliner WG, mag es gern ökologisch korrekt und hat auch mit ihren 30 Jahren noch eine sehr enge Beziehung zu ihrem Vater. Sicherlich auch deshalb, weil er sie nach dem Tod ihrer Mutter allein groß zog. Als die Schrebergartensiedlung teuren Luxuswohnungen weichen soll, ist Paula vollends verzweifelt. Da tritt Lasse in ihr Leben, der gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen möchte. Auf der einen Seite seine Karriere in Schwung bringen, seinen Neffen bespaßen und gleichzeitig die Kita retten. Natürlich kann so ein Vorhaben nicht nach Plan verlaufen.

Erzählt wird die Geschichte abwechselt aus der Sicht von Lasse und Paula. Erst in getrennten Situationen, schließlich verbinden sich die beiden Handlungen immer mehr miteinander. Durch den lockeren Schreibstil und einer Handlung, bei der man nicht viel nachdenken muss, schafft Sven Ulrich ein Buch, das einfach Spaß macht zu lesen und zugleich sehr unterhaltsam ist. Natürlich ist einem von Beginn an klar, dass die Story im Happy-End endet, aber dennoch ist damit nicht alles gleich vorhersehbar.

Ein bisschen erinnert die Geschichte an Kein-Ohr-Hasen. Wer diese Art von Storys mag, der wird „Krokofantenküsse“ großartig finden. Okötante trifft auf Yuppie, beide leben eigentlich in zwei unterschiedlichen Welten mit ganz differenzierten Ansichten. Dabei näheren sie sich im Laufe der Gesichte immer mehr an, bis schlussendlich und nach einigen Hindernissen Liebe entsteht. 
Wer jetzt einen Roman mit einer trockenen Liebesgeschichte und voller Kitsch erwartet, der irrt. Natürlich ist das Thema Liebe Mittelpunkt des Buches, aber es ist nicht übertrieben schmalzig dargestellt. Außerdem schafft es Sven Ulrich mit viel Humor und etlichen Nebendarstellern und Nebenhandlungen Schwung in das Ganze zu bringen. So ist Paulas Freundin Wiebke zum Beispiel schwanger, was auch zu einigen Problemchen und Konflikten führt. Und auch Lasse hat mit der Beaufsichtigung seines Neffen und dem Besuch der Mutter alle Hände voll zu tun.

Müsste ich ein Urteil über das Buch in einem Satz verfassen so würde es lauten: Es ist einfach schön!
von Nancy


Sven Ulrich
Krokofantenküsse
Rowohlt Verlag
336 Seiten, 8,99 Euro
ISBN 978-3-499-25855-8

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