Shades of Grey – Befreite Lust

© Goldmann

Auch nach dem dritten Teil erschließt sich mir das Phänomen „Shades of Grey“ nicht. Um ehrlich zu sein, hatte ich es auch nicht anders erwartet. Die Lager der Leser werden wohl für immer gespalten bleiben. Entweder man liebt diese Trilogie oder man kann über den Erfolg nur verständnislos den Kopf schütteln. Ein „Zwischending“ scheint es nicht zu geben.
 
Ana und Christian haben mittlerweile geheiratet, genießen ihre Zweisamkeit in den Flitterwochen und auch danach im Alltag. Natürlich haben sie, wie sollte es auch anders sein, noch immer regen Verkehr und bekunden sich in jedem zweiten Satz, wie sehr sie sich lieben und was ihnen der jeweils andere bedeutet. Ana muss ihren Mr. Grey nur anschauen und ihr „Libido“ erwacht zu neuem Leben. Umgedreht ist es nicht anders. Ihr Glück könnte also voller Unbeschwertheit und ohne finanzielle Sorgen sein, aber einige gönnen es den beiden nicht und so werden sie Opfer von Missgunst und Intrigen.
 
Konnten die ersten beiden Bände noch mit einer recht netten Handlung punkten, muss ich dies dem letzten Teil leider absprechen, denn so wirklich viel passiert nicht. Klaro, der böse Ex-Chef ist hinter Ana her, die Ex-Gebliebten mischen sich immer mal wieder in das Leben ein, Anas Vater hat einen schweren Unfall und schlussendlich erwartet sie einen kleinen Grey. Aber dies alles passiert so oberflächlich und unspektakulär, dass es kaum der Rede wert ist, es zu erwähnen. Und dennoch füllt das Buch knapp 700 Seiten. Aber dafür gibt es eine ganz plausible Erklärung: Wiederholungen, und das in jeglicher Form. Würde Frau James nicht immer wieder dieselben Satzphrasen in unterschiedlicher grammatikalischer Zusammensetzung verwenden, wäre das Buch mit Sicherheit nur halb so dick.
 
Der dritte Teil ist in gleicher Weise schlecht geschrieben wie seine Vorgängerromane. Das liegt nicht nur an dem begrenzten Wortschatz der Autorin, auch sind die meisten Handlungen der Protagonisten vorhersehbar, sodass überhaupt keine Spannung aufkommen kann. Selbst die schier endlosen Sexszenen gleichen mittlerweile einander, dass es manchmal schwer fällt, die Seiten nicht zu überblättern oder gar dabei einzuschlafen.
 
Ein Positives: Zumindest redet Ana nicht mehr ganz so oft mit ihrem Unterbewußtsein und ihrer inneren Göttin – also vielleicht nur alle 10 Seiten und nicht mehr alle zwei. Dafür wird sie weiterhin kontinuierlich rot egal ob dunkel-, knall- oder tiefrot. Manchmal errötet sie allerdings auch nur.
 
Des Öfteren hatte ich das Gefühl, dass der viele Sex bei den beiden zu Gedächtnislücken führt, denn es scheint so, dass sie vergessen haben, wie sie eigentlich mit Vornamen heißen. Anders kann ich mir nicht erklären, warum sie sich nur noch mit Mr. und Mrs. Grey anreden.
 
Ich habe wirklich versucht, dem dritten Teil etwas nettes abzugewinnen, aber es tut mir leid. Es geht nicht! Es gibt halt kein „Zwischending“. von Nancy

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2 Kommentare zu Shades of Grey – Befreite Lust

  1. Anna Granegger sagt:

    Schlechter schreibstil, flache erzählweise, streckenweise wiederholungen, keine wortvielfalt, lähmend langweilig. Gute nacht

  2. Nadine sagt:

    Was alle an SoG haben, verstehe ich nicht. Ich habe mir gerade TEil 1 reingezogen, weil ein paar Freunde soo von dem Buchgeschwärmt haben und ich verstehe es nicht. So ein schlechtes Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Durch die letzten Seiten musste ich mich durchquälen, immer dasselbe in abgewandelter Form, langbeschriebener Sex alle 2 Seiten. Während des Lesens kam mir der Gedanke, dass die Autorin vllt untervögelt ist… Schrecklich. Teil 2 und 3? Niemals..

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