Gute Idee: Fremden eine Freude machen

Ruth Rudolph / pixelio.de

Ein guter Freund von mir wohnte vor einiger Zeit noch in einem dieser Neubau-Wohnblocks, in denen man kaum seinen Nachbarn kennt, sich bei unvermeidlichen Begegnungen auf der Treppe maximal ein „Tach“ herausquetscht und auf der Suche nach drei Löffeln Zucker für den Kaffee lieber 20 Minuten zum Supermarkt läuft als bei jemandem im Haus zu klingeln.  
„Da muss man mal was machen!“, dachte mein Freund. Eine günstige Gelegenheit bot sich zu Nikolaus. Auch wenn keine sauber geputzten Schuhe vor den Türen seiner Hausmitbewohner standen, verteilte er auf jedem Fußabtreter einen fröhlich grinsenden Schokoladen-Nikolaus.
 
Gern würde ich nun schreiben, dass dies der Tag der Veränderung in diesem Haus war. Schüchterne Mitbewohner lächelten sich von nun an auf der Treppe an, mutigere fassten sich ein Herz und fragten: „Haben Sie auch einen Schokoladen-Nikolaus bekommen? Können Sie sich das erklären? Wirklich eine tolle Idee.“ Das war natürlich nur der Anfang. Plötzlich unterhielten sich die Menschen im Haus, lernten sich kennen, Freundschaften entstanden und im Sommer des nächsten Jahres wurde eine große Hausparty gefeiert.
 
Ganz so einen einschlagenden Erfolg hatte die Aktion meines Freundes nicht. Lächeln, Gespräche, Freundschaften und Hauspartys sind leider nicht dokumentiert. Auf jeden Fall aber waren am nächsten Tag alle Schoko-Nikoläuse von den Fußabtretern verschwunden und vielleicht hat der ein oder andere wenigstens ein bisschen in sich hinein gelächelt – das wäre doch auch ein Anfang.
 
 
Erinnert wurde ich an die Nikolaus-Geschichte heute Morgen durch dieses Blatt Papier. Es müssen ja nicht gleich neue Reifen sein, die man einem Fremden verschenkt. Manchmal reicht schon ein Schoko-Nikolaus. von Conny

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