Ami, go home!
US-Stars lästern über deutsche TV-Shows

Screenshot YouTube

Was ist eigentlich in letzter Zeit los? Ich dachte wir Deutschen wären als Nation der Nörgler und Sich-über-alles-Beschwerer bekannt, aber scheinbar will uns jemand diesen Status unbedingt abspenstig machen.
Gut, bei einem Sendeformat wie Wetten, dass…? kann ich es verstehen, dass man als Auswärtiger, Nicht-Muttersprachler irgendwann ungehalten wird, wenn man nach drei Stunden immer noch lächelnd auf der Couch ausharren muss wie Tom Hanks und Halle Berry. Allerdings ist es doch reichlich übertrieben, zu behaupten es wäre „unerträglich“ gewesen, die Verantwortlichen wären am nächsten Tag gefeuert worden, hätte so etwas in den USA stattgefunden und und und. Ach, du liebes bisschen. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.
 
Und dann das nächste Ding: Sylvester Stallone wirbt in Deutschland für das „Rocky“-Musical, dass in dieser Woche in Hamburg anläuft und kommt im Zuge dessen in die Talkshow von Reinhold Beckmann. Dort sitzt er zusammen mit den Klitschko-Brüdern und Biathletin Magdalena Neuner und plaudert über den Boxkampf vom Vladimir, über Rocky und dann auch über die Politik bzw. den Wahlkampf in Amerika. Alles schön und gut. Von wegen. Ein Trara hinterher, es wäre „die schlimmste halbe Stunde“ seines Lebens gewesen und er wollte doch nur über das Musical reden und nicht über Politik. Na, meine Herren, ist es wirklich zu viel verlangt einen Amerikaner kurz nach den Wahlen mal ein wenig nach seiner Meinung darüber zu befragen?
Da frage ich mich, ob man es den Amis eigentlich recht machen kann. Zwei unterschiedliche TV-Formate aber nur Nörgeleien und Übertreibungen (gut, letzteres ist den Amis ja eh nicht fremd). Wie gut, dass die alle erwachsen und selbstständig sind. Mamma mia – wer keine Lust auf Wetten, dass..? hat, der geht eben nicht hin. Bei dem Prominenzaufgebot zu Gottschalks Zeiten, weiß doch nun auch jeder auswärtige Gast, wie die Show funktioniert. Und selbst wenn das unter Lanz nun ein wenig anders ist, wird man ja als Promi erster Klasse wohl darüber informiert, was einen erwartet. Und spätestens da kann man doch sagen: „Nee, das is nich mein Fall, so eine Show mit Wetten und komischem Humor und so..“ Aber nein, da quält man sich scheinbar hin, tut, als ob man Spaß hat, um dann danach darüber zu lästern.
Und unser guter alter Sly, der nun ohne Katzenohren auf dem Kopf reden darf und dabei auch ganz gut gelaunt aussah – sofern man das bei dem Grad der Gesichtsveränderungen durch Botox, OPs etc. erahnen kann – beschwert sich auch im Nachhinein. Wenn er keinen Bock auf eine Talkshow hat, dann soll er doch bitteschön nicht hingehen.
 
Also ehrlich, Appell an alle Fernsehverantwortlichen für die Zukunft: Lasst es doch einfach sein, irgendwelche überbezahlten Schauspieler aus Übersee einzuladen! Ami, go home!Wir sind absolut nicht darauf angewiesen uns denen anbiedern zu müssen; wir haben genügend eigene gute, interessante und sehenswerte Leute, die wissen, worauf sie sich bei einer Show einlassen und dann auch Stimmung machen oder den Arsch in der Hose haben, abzusagen, falls dem nicht so ist. Wetten, dass Wetten, dass…? beide Seiten glücklicher machen würde, wenn die Gäste sich auf den deutschsprachigen Raum beschränken würden und lediglich für die musikalische/künstlerische Unterhaltung auswärtige Beiträge angenommen würden als zusätzlichen Anreiz?! Und jemandem, der sein Geld mit Action-Klassikern wie Rocky und Rambo verdient hat, sollte so ein Rumgeheule wegen einer halben Stunde Talk im TV, bei der man mal nicht ausschließlich die gewünschten Fragen gestellt bekam doch mehr als peinlich sein!
 
Also, falls ihr US-Schauspieler eben doch unbedingt ins deutsche Fernsehen möchtet, um euren neuesten Streifen zu promoten, dann nehmt es gefälligst wie Männer und nicht wie Memmen und lasst das Flennen sein. von Nicole

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