Ausstellung: Pixar. 25 Years of Animation

Russel. Oben. © Disney/Pixar

Letztes Wochenende habe ich die fantastische Pixar Ausstellung 25 Years of Animation in Bonn besucht. Zum 25. Firmenjubiläum der Pixar Animation Studios widmet die Bonner Bundeskunsthalle den Animationsgenies eine Kunstausstellung mit über 500 Exponaten. Noch bis zum 6. Januar kann man sich diese fantastische Ausstellung für läppische neun Euro anschauen. Wer zufällig in der Nähe von Bonn ist oder bereit diese Strecke auf sich zu nehmen, sollte sich das nicht entgehen lassen.
 
Gleich zu Beginn der Ausstellung warten Sully und Mike aus Monster AG als lebensgroße Figuren auf die Besucher der Ausstellung. Auch wenn das türkisfarbene Fell des Riesenmonsters zum Kuscheln einlädt, anfassen und zu nah herantreten ist strengstens verboten, fotografieren leider auch.


 
Die Ausstellung konzentriert sich auf die Arbeiten hinter den Computeranimationen, auf die traditionellen Produktionsprozesse, die die Figuren Schritt für Schritt zum Leben erwecken. Für einen Pixar Film arbeiten fast genauso viele Künstler in traditionellen Medien (Zeichnungen, Malerei, Pastellmalerei, Bildhauerei) wie in digitalen Medien. Bevor sich die Animatoren an ihre Computer setzten, entsteht eine große Fülle an Zeichnungen, Skizzen, Kollagen, Grafiken und Skulpturen.

 
Die Ausstellung beginnt mit einem kurzen Überblick über 25 Jahre Firmengeschichte und einer Einführung in den Entstehungsprozess eines Animationsfilms – vom Drehbuch, Storyboard, Figurenentwicklung, Synchronisation, Colorskript bis zum finalen Rendering. Anschließend folgt ein großer Abschnitt über das Pionierwerk Toy Story inklusive beider Sequels. In drei Teile gegliedert, veranschaulicht dieser Teil der Ausstellung die drei wichtigsten Elemente, die nach John Lasseter, Pixar Chief Creative Officer, „einen hervorragenden animierten Film auszeichnen“: die Figuren, die Welten in denen sie sich bewegen, und die Geschichten.
 
Neben zahlreichen Skizzen, Grafiken, Farbzeichnungen und Gemälden aller Pixar Filme, Monitoren, Projektoren und Touchscreens bietet die Ausstellung noch zwei ganz besondere Highlights, das Artscape und das Zoetrop. Das Artscape ist ein Kinoraum, in dem auf einer breiten Leinwand eine Bild- und Klanginstallation die Originalzeichnungen und -gemälde zum Leben erwecken.
 

 
Besonders faszinierend war aber für mich das Zoetrop, das extra für die Ausstellung angefertigt wurde und das man sich wie eine Art dreidimensionales Daumenkino vorstellen kann. Verschiedene Figuren aus Toy Story sind auf einer Scheibe befestigt und zeigen den Ablauf unterschiedlicher Bewegungen jeweils in 18 Schritten. Bei schneller Umdrehung und Stroboskoplicht entsteht für das menschliche Auge die Illusion die Figuren würden sich bewegen.
 
Für Pixar-Fans bietet die Ausstellung einen tollen Einblick hinter die Kulissen und in die Arbeit der Künstler, die hinter den erfolgreichen Animationsfilmen stecken. Dabei fand ich es beeindruckend mit wie vielen verschiedenen Materialien und Techniken sich die Künstler den Charakteren und Welten nähern. Manche Arbeiten beeindruckten durch ihre besondere Schlichtheit, andere durch die enorme Detailliebe. Man merkt bei jeder Skizze und jedem Entwurf dass die Künstler enorm viel Herzblut in ihre Arbeiten einfließen lassen. Spannend fand ich auch die Charakterstudien. Wie anfängliche Entwürfe der Figuren aussahen, wie sie sich entwickelt haben und schließlich zu dem endgültigen Charakter wurden. Insgesamt wirklich interessant und sehr sehenswert. von Steffi
 

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