Review: 360 – Jede Begegnung hat Folgen

via screencrush

Der Inhalt
Der Film kommt ins Rollen, als Michael Daly, ein verheirateter englischer Geschäftsmann, gezwungen wird, auf seine Nacht mit der slowakischen Escort-Dame Mirka zu verzichten. Ein Geschäftskunde hat von ihrem Date erfahren und erpresst ihn damit. Dass seine Frau Rose während seiner Dienstreisen in London eine Affäre mit dem brasilianischen Fotografen Rui pflegt, weiß er nicht. Rose quält ihr Gewissen, sie will ihre Familie nicht zerstören und beendet die Beziehung zu Rui. Ruis Freundin Laura bekommt vorher von der heimlichen Liaison Wind, beendet die Beziehung zu Rui und steigt in ein Flugzeug zurück nach Hause, nach Brasilien.  Auf ihrem Flug nach Rio freundet sich Laura mit einem älteren Mann, John, an. Aufgrund eines Schneesturmes muss sie am Flughafen in Denver übernachten, wo sie nichtsahnend Tyler, einen soeben aus der Haft entlassenen Sexualstraftäter, in ihr Zimmer einlädt. Sie hat Glück, Tyler hat sich im Griff. In Paris quält sich ein moslemischer Zahnarzt mit der unglücklichen Liebe zu seiner verheirateten Angestellten Valerie. Heimlich teilt sie seine Gefühle. Ihre Ehe besteht nur noch auf dem Papier. Noch-Ehemann Sergei verdient sein Geld als Bodyguard und Chauffeur für einen Mafia-Boss. In Wien verbringt er einige Stunden mit Mirka, deren Schwester Anna ebenso vor dem Hotel wartet wie Chauffeur Sergei. Beiden finden zueinander.
 
Die Schauspieler
Rose – Rachel Weisz
Michael Daly – Jude Law
John / älterer Mann im Flugzeug – Anthony Hopkins
Geschäftskunde – Moritz Bleibtreu
Rui – Juliano Cazarré
Mirka – Lucia Siposová
Laura – Maria Flor
Valerie – Dinara Drukarova
Sergei – Vladimir Vdovichenkov
Mafia-Boss – Mark Ivanir
Anna – Gabriela Marcinkova
Zahnarzt – Jamel Debbouze
Tyler – Ben Foster

 
Der Regisseur
Fernando Meirelles wurde mit seinen Filmen „City of God“ und „Der ewige Gärtner“ bekannt.
 
Die Kritik
Als Episodenfilm über zwischenmenschliche Beziehungen zeigt dieser Film zunächst nichts Unerwartbares: Menschen in eher mehr als weniger schwierigen Partnerschaften sind auf unterschiedlichste Weise miteinander verbunden. Allerdings – und hier kommt auch schon die Kritik – enden diese Verflechtungen, bevor sie wirklich spannend werden können. So hat der junge brasilianische Fotograf Rui eine Affäre mit der verheirateten Rose. Als die Liaison beendet ist, wird auch von Rui nichts mehr erzählt. Oder ein älterer Herr ist auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Fotos von ihr und ihm werden gezeigt – doch weiter spielt sie keine Rolle.  
 
Doch auch wenn es „360“ bisweilen an Tiefe bei den Charakteren und in der Geschichte fehlt, lässt dieser Film seine Zuschauer nicht unbefriedigt zurück. Letztlich ist er eine Ode an das Leben in all seinen Eigentümlichkeiten. Er zeigt die Abhängigkeiten in all den engen Verflechtungen menschlicher Beziehung, Abhängigkeiten von Entscheidungen anderer und die Abhängigkeiten von Kommunikations- und Transportmitteln. Aber er zeigt auch, dass es letztlich der Mensch selbst ist, der sein Leben lenkt und jederzeit durch seine Entscheidungen in eine neue Bahn lenken kann. Glück, Pech und Zufall sind immer mit von der Partie, doch ausgeliefert sind wir ihnen nicht. von Conny

 

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