Jugendfamilienmusikunterhaltungskanäle

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Ja, ich gebe es zu, diesen die Überschrift zierenden Eyecatcher habe ich aus Wikipedia abgeschrieben. Dieses Wortungetüm zu sein, wurde zdf_neo von deutschen Privatsendern vorgeworfen. Wie gemein!?! Ne, eigentlich nicht. Mir jedenfalls ist nicht klar, wieso das schlecht sein soll. Ganz im Gegenteil. Ich bin immer wieder überrascht und erfreut, was die neuen (für mich neu, weil ich vorher analogen Fernsehempfang hatte), digitalen Programmalternativen für 25- bis 49-Jährige à la zdf_neo, zdf.kultur, Einsfestival, EinsPlus etc. bereithalten. Nämlich tolle Serien, vernünftige Filme und auch – man hatte es innerlich schon abgehakt – Musik bzw. Musiksendungen.
Bei ProSieben und Co. wird ja gerne mal alles abgesägt, was nicht genug Quote bringt – und sei es mitten in der Staffel, wie z.B. bei ,Brothers & Sisters‘. Ein beliebtes Verfahren, was die Zuschauerzahlen noch mehr sinken lässt, obwohl das Gegenteil bewirkt werden soll, ist, eine Produktion zigmal auf andere Sendeplätze und/oder -zeiten zu manövrieren.
 
Dieses Szenario habe ich bei ,Good Wife‘ erlebt. Ich finde diese Drama-Gerichtsserie große klasse! Es gibt zum einen spannende Fälle, die nicht so schwarzweiß sind, wie in vielen anderen Serien gleichen Themas. Andererseits bekommt man nebenbei viel davon mit, wie Medien(macht!) und Politik der USA funktionieren und fusionieren. Nicht umsonst wurde ,Good Wife‘ 2010 und 2011 neun Mal für Auszeichnungen wie Globes und Emmys nominiert; Hauptdarstellerin Julianna Margulies gewann mehrere Preise. Das passiert nicht allen Serien. In Deutschland bekam man sie bereits ein Jahr nach dem US-Start zu sehen – was ebenfalls nicht allen Produktionen passiert – zuerst auf ProSieben, ich glaub 21.15 Uhr, nach ein paar Folgen eine Stunde später. Die zweite Staffel lief schließlich auf Kabel eins, erst auch 22 Uhr, dann 23 Uhr und bestimmt dreimal änderte sich die Minutenangabe, mal 25, mal 35, 45. Das nervt schon gewaltig! Und letzten Endes wird eine dritte Staffel vermutlich gar nicht mehr gezeigt.
 
Es gibt leider viele Beispiele und ich will jetzt gar nicht mit ,Dexter‘ anfangen, dessen Produzenten einen absolut beeindruckenden Michael C. Hall als Serienkiller zur Hauptperson machten. Ja, das ist wirklich gewagt und dem durchschnittlichen Publikum der Öffentlich-Rechtlichen schlichtweg nicht zuzumuten, die ja bereits einen regelrechten ARD-Shitstorm loslassen, wenn der Tatort (ich denke an Ulrich Tukur) mal ein wenig unkonventioneller verläuft, aber – soviel sei gesagt – eine spannendere Serie habe ich noch nicht gesehen!
Doch vielleicht gibt es ja noch Hoffnung. Denn die ZDF- und ARD-Ableger haben sich so manchen vermeintlichen Nischenprogrammen angenommen. Und das ist für Serienjunkies wie mich einfach notwendig, wenn ich bedenke, dass Blockbuster wie ,Desperate Housewives‘ und ,Grey‘s Anatomy‘ in diesem Jahr auslaufen. Es wird Zeit für was Neues.
 
Mein derzeitiger Favoritenanwärter heißt ,The Big C‘ – eine neue Serie mit Laura Linney in der Hauptrolle, die eine Krebsdiagnose bekommt und daraufhin ihr bisheriges Lebenskonzept in Frage stellt und umkrempeln will. Klingt schon fast etwas altbacken, hat aber tolle Dialoge und Charaktere, klasse Frau – sehr zu empfehlen.
Auch ,Mad Men‘ gehört der neuen Serien-Generation* an – Dreh- und Angelpunkt: eine 60er Jahre-Werbeagentur – und läuft auf zdf_neo. Diese Serie gibt es seit 2007 in der bereits fünften Staffel, seit 2008 gewann sie drei Jahre in Folge einen Golden Globe für die „Beste Dramaserie“, aber kein deutscher Sender traute sich. So lief sie zuerst im Pay-TV, mittlerweile auf zdf_neo. Sowas latent schrullig aber sympathisches wie Bjarne Mädel als „Der Tatortreiniger“ findet auf der ARD-Variante Einsfestival seinen Platz. Sowie dieser Sender widmen sich auch der ZDFtheaterkanal und zdf.kultur gerne dem Thema Musik. Vor allem während der großen Sommerfestivals kann man hier einige gute Konzerte anschauen, fast so, als wär man live dabei. von Nicole
 
* Die Bezeichnung ist subjektiv-gefühlt und meint Produktionen, die erst mehrere Jahre nach dem Anlaufen in den USA ihren Weg nach Deutschland finden und hier dann ,neu‘ sind.

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