Review: Die Kuttner ist zurück und macht Bambule

Screenshot ZDF © Fabian Möhrke

Sie ist zurück. Im Fernsehen. Mit eigener Sendung. Endlich. Sarah Kuttner feierte ihr Fernsehcomeback auf ZDF_neo und plapperte dabei so wild wie eh und je.
Am 1. März (21.45, ZDF_neo) ging ihre neue Magazinsendung Bambule  an den Start, 14 weitere Sendungen werden folgen. Das Ganze ist eine Mischung aus Kurz-Interviews, Reportagebeiträgen und Personality-Show in einem Gewand aus vielen schnellen Schnitten und ungewöhnlichen Kameraeinstellungen. Bambule versteht sich als ein Gesellschaftsmagazin, das informieren, polarisieren und unterhalten will. Es soll nichts vorgekaut, sondern lediglich Denkanstöße gegeben werden. Gedacht ist die Sendung für 30- 40 jährige, geht aber auch jünger und sicher auch älter.
Im dicken Mantel tigert Sarah Kuttner durch das winterliche Berlin. Denn ein Studio gibt es nicht, alles findet dort statt, wo es passiert, auf der Straße, im Wohnzimmer, in der Praxis, vor dem Bundestags, mitten im Leben.
So ähnlich die neue Kuttner ihrem alten Selbst, aus MTV- und VIVA-Zeiten, auch ist, so erwachsen ist sie dennoch geworden, so wirkt es jedenfalls. Nicht nur fröhliches bla bla, sondern auch ernste Themen, die ihre Generation beschäftigen und ängstigen, werden hinterfragt und behandelt. Mit jedem Thema und jeder Frage scheint Kuttner vor allem ihr eigenes Interesse befriedigen zu wollen. Das zeigte sich auch schon in der Pilotfolge , bei der sie von Selbstzweifeln, Entscheidungsunfähigkeit und Unsicherheit spricht, Themen, die sie schon in ihrem Buch Wachstumsschmerz gründlich beackerte. Damit trifft sie (mal wieder) den Nerv ihrer Generation.

 

Jede Folge steht unter einem Themenschwerpunkt. Die erste Ausgabe von Bambule behandelte das schon viel diskutierte Thema: neue Männlichkeit, bei der die große Frage ihm Raum stand: „Alles nur Weicheier?“. Aus verschiedenen Perspektiven wurde über das Thema Männlichkeit, die Frage was einen Mann aus macht und wann ein Mann ein Mann ist, debattiert. Sarah trifft auf einen Therapeuten mit dem Schwerpunkt Männerberatung und einem Berater vom Bundesforum Männer. Mit Schauspieler Lars Eidinger traf sie sich in der Berliner Schaubühne. Und auch Hollywoodstar Nicolas Cage wurde zum Thema Männlichkeit befragt, statt für seinen neuen Film „Ghost Rider“ die Werbetrommel zu rühren. Ein völlig anderes Bild der Männlichkeit zeichnet eine Reportage über Hooligans.

Bei ihren Interviews sitzt Sarah mit großen Augen und offenen Ohren ihren Gesprächspartner gegenüber und ist ganz gespannt, auf das, was das kommen mag – schleudert spontan Fragen und Antworten in den Raum und gibt den Männern ganz nebenbei noch ein paar Tipps, wie sie mit Frauen umzugehen haben.

 

Unterstützt wird Sarah Kuttner von Reporterin Johanna Maria Knothe, deren Themen eher politischer Natur sind. In Folge 1 ging sie der Frage auf den Grund: „Werden Politiker zu schlecht gecastet?“ Die Jungmoderatorin steht mit „Bambule- Das Magazin“ zum ersten Mal vor der Kamera und macht ihren Job ganz hervorragend. Gewitzte und investigative Fragen gehen bei ihr an Michel Friedmann und Kurt Biedenkopf. Die Zauberformel für einen guten Politiker scheint also eine Mischung aus Können, Charisma und Glaubwürdigkeit zu sein. Alles was auch ein Superstar braucht. Warum also nicht auch Detlef D! Soost befragen.

 

„Es soll immer aufhören, wenn es am besten ist“ sagt Kuttner eine Currywurst mampfend kurz vor dem Ende der halbstündigen Auftaktfolge. Und so endet Bambule mit ihrer Lieblingskategorie: 154 Gründe, warum William Shatner die coolste Sau aller Zeiten ist. von Steffi

 

Hier gibts die erste Folge Bambule.

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