Weggehen und Spaß dabei

via weheartit

Nachdem ich mich gestern für das zu Hause bleiben am Wochenende ausgesprochen habe,  folgt heute der Gegenentwurf und der Aufruf zum Feiern. Von unserer Gastautorin Anne.

 
Ich bin (fast) 25 – Befinde mich in der Blüte meines Lebens und genieße es, meine Wochenenden bei einem guten Gläschen (was auch immer) mit lieben Menschen zu verbringen. Die Ausführung dieses Vergnügens beginnt Freitagabend, ach sind wir ehrlich, vielleicht auch Donnerstag (ist ja immerhin der kleine Freitag). Ich sitz wieder da und versinke in Tagträumen, was ich an diesem und den darauf folgenden Abenden denn alles Tolles machen werde. Und ja, Erfurt meine Perle, du gibst wahrlich nicht so viel her, wie wir alle gern möchten, aber egal: Ich geh weg und entscheide mich ganz bewusst gegen die Couch.
 
Denn was bringt mir diese Couch? Den neusten Klatsch und Tratsch aus meinem näheren Dunstkreis? Nope. Intellektuelle Gespräche? Nope. Spaß der über ein Schmunzeln hinaus geht? Nope. Nope. Nope.  Couchen hat nur eins zur Folge: das Einigeln in seiner kleinen sogenannten Oase, abgekapselt von der Zivilisation und das Missbrauchen seiner eigenen Freunde als Fernrohr in die dann doch gewollte Feierkultur, die ja eigentlich nur einen Tritt in das Hinterteil des kleinen fiesen roten Männleins im Inneren eines jeden selbst, entfernt liegt.
Ja, ich weiß, die Menschen auf den Veranstaltungen und Partys würden wir im wahren Leben zu 90 Prozent meiden und ihnen mit gesenktem Blick aus dem Weg gehen. Aber glücklicherweise geht es mir ja nicht um die 90 Prozent, sondern um die 10 Prozent, die mir den Abend zu einem inneren Brezelbacken werden lassen. Die Bootey-Bitches denen es egal ist, was der Rest denkt und die mit mir gepflegt das Tanzbein schwingen und auch bei der vermeintlich schlechtesten Mottoparty in das passende Outfit schmeißen.
Apropos Mottoparty: ja, wie furchtbar, wie kann man da nur hingehen und sich so zum Deppen machen. Warum denn jetzt doch auf einmal Rosa an deinem Körper und oh mein Gott, das kann doch nicht dein Ernst sein. STOPP! Für alle die es nicht gemerkt haben: der Spaß einer Mottoparty beginnt schon lange davor. Man stürzt sich in die komischsten Läden in Lauerstellung und auf der Jagd nach den passenden und natürlich kostengünstigen Accessoires. Man trifft sich vorher in einer gemütlichen Runde, schnabuliert hier und da ein Gläschen, verbessert das Outfit bis hin zur Perfektion und dann kann’s endlich losgehen. Raus auf die Straße, rein in den Club.
 
Halten wir doch einmal fest: so schlecht das Partyangebot (d)einer Stadt auch sein mag, die sozialen Kontakte zu deinen Freunden, die über einen schicken Abend vor dem Fernseher hinausgehen, werden doch vor allem durch die Geschichten eben solch Kater bedingter Abende umso schöner. Also, erhebt Euch von der Couch, schmeißt die Jogger in die Ecke und raus mit Euch. Auf das aus 10 mindestens 20 Prozent werden! von Anne

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