Slavery Footprint – Wie viele Sklaven müssen für dich arbeiten?

Slavery Footprint

Slavery Footprint ist eine interaktive Website der Fair Trade Fund Inc. die auf moderne Formen der Sklaverei und Zwangsarbeit aufmerksam machen will.
 
Laut der Anti Slavery International (ASI) Organisation leben noch immer 27 Millionen Menschen in Sklaverei. Man nennt es zwar nicht mehr so aber in vielen Ländern wie dem Sudan, Pakistan, Indien und Brasilien müssen Menschen fast ohne Entgelt für Landbesitzer arbeiten. Unter Sklaverei wird hier also verstanden, wer gezwungen wird ohne Bezahlung zu arbeiten, wirtschaftlich ausgebeutet wird und sich nicht selbst aus seiner Situation befreien kann.
Die britische Organisation ASI hat 400 Alltagsgüter daraufhin untersucht, unter welchen Arbeitsbedingungen sie hergestellt werden und dabei Arbeitsrechtsverletzungen, Kinderarbeit und Zwangsarbeit nachgewiesen.

Let's Take a Peek in Your Medicine Cabinet

Mit einem Selbsttest, bei dem man elf Fragen zu seinem Lebensstandard und Konsumverhalten beantworten muss, findet man heraus, wie viele Sklaven man indirekt für sein Smartphone, Kleidung, Lebensmittel und Kosmetika beschäftigt.
Man kann sehr genau angeben wie viel Prozent man von verschiedenen Lebensmitteln verzehrt, wie viele Spielkonsolen, DVD Player oder Computer sich in einem Haushalt befinden, wie viele Kleider, Hosen, T-Shirts und Schuhe den Kleiderschrank bewohnen und wie viele Duschbäder, Seifen und Nagellacke im Bad zu finden sind.  

Bei meinem Selbsttest kam heraus, dass ich ein überdurchschnittlich schlechter Mensch bin, denn 41 Menschen müssen für mich und meinen Lebensstandard unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Der Durchschnitt liegt bei 25.

What affected my score the most?

Besonders schwerwiegend wirkte sich die Frage nach dem Inhalt meines Kleiderschranks aus, was sicher daran liegt, dass Baumwolle zu großen Teilen von Sklaven geerntet wird. Ebenfalls negativ auf mein Konto schlagen sich elektronische Geräte wie Spielkonsolen und DVD Player nieder. Grund dafür könnte vor allem der Rohstoff Coltan sein, der sich in vielen elektronischen Spielereien wieder findet. Im Kongo werden jährlich 383 Tonnen Coltan abgebaut, meist unter unmenschlichen Bedingungen und durch Kinderarbeit.
 
Die Zahl der Sklaven die für mich arbeiten müssen, errechnet sich über die wahrscheinliche Ausbeutung eines Arbeiters bei der Herstellung des Produktes sowie der errechnete Wert der Sklavenarbeit eines Landes. Die Slavery Footprint Organisation verwendet für die Berechnungen unter anderem Werte der „List of Goods Produced by Child Labor or Forced Labor 2010“ oder den „Corruption Index 2010“. Nähere Informationen zur Berechnung findet ihr hier.
 
Was das ganze bewirken soll, außer ein schlechtes Gewissen? Also zum einen zielt die Seite natürlich darauf ab, aufzurütteln und zu informieren. Zum anderen werden die User dazu aufgefordert, Briefe an Handelsketten, die unsere Alltagsgegenstände herstellen, zu schreiben. So sollen die Firmen dazu gebracht werden, ihre Zulieferketten unter die Lupe zu nehmen. Für die Faulen unter uns gibt es dafür sogar vorgefertigte Schreiben an viele bekannte Bekleidungs-, Elektronik- und Kosmetikketten, die nur noch unterschrieben und abgeschickt werden müssen.
Wer selbst dafür zu faul ist, sollte die Seite trotzdem besuchen und sich das schöne Design und die tollen Animationen anschauen. Auf geht´s: slaveryfootprint.org von Steffi



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2 Antworten auf Slavery Footprint – Wie viele Sklaven müssen für dich arbeiten?

  1. Peter Helm sagt:

    Wie kann ich denn nun ermitteln, wieviel Sklaven für mich arbeiten müssen ?

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