Eltern und Kinderlose bewohnen zwei verschiedene Dimensionen

Vor einiger Zeit habe ich dieses wundervolle Gedicht beim Stöbern im Internet gefunden. Mir als Mama spricht es wirklich aus dem Herzen. Autor unbekannt 
 

via weheartit

via weheartit

Kinderlose kennen die Welt um sechs Uhr morgens am Sonntag nicht.
Sie wissen nicht, wie es ist, an einem Sonnabend schon um 19.45 Uhr ins Bett zu gehen.
Sie kennen nicht das Gefühl der Panik, wenn ihnen bei einem Spaziergang eine leise Stimme zuflüstert: „Ich muss groß.“
Ach, sie wissen nichts von Monstern, die nachts in Zimmern lauern und vertrieben werden müssen.
Sie ahnen nicht, dass man ein krakeliges Gewirr aus Strichen und Kreisen für wunderschön halten kann.
Sie kennen keine Bettdecken, die nachts eigenmächtig von kleinen Körpern rutschen.
Sie kennen das beruhigende Gefühl nicht, wenn man leisen Atem spürt.
Sie wissen nicht wie es ist, wenn sich bei Gefahr eine kleine Hand in die eigene schiebt.
Sie sind noch nie mit feuchten Honigbrotresten gefüttert worden.
Haben noch nie ein Pflaster auf eine Wunde geklebt, die keine ist.
Sie wissen nicht wie es ist, wenn sich kleine Brüder küssen.
Sie kennen das Gefühl nicht, ein nasses, nacktes Kind in ein Badelaken zu wickeln und es an sich zu drücken. Sie wissen nicht mehr, dass Haare waschen unsagbar widerlich ist.
Sie haben vergessen, dass nichts besser schmeckt als Nudeln mit Ketchup.
Sie haben noch nie ein Königreich für einen Schnuller eintauschen wollen.
Sie kennen den weißen Schimmer im Gaumen nicht, der ein Zahn wird.

 
Sie sind ausgeschlafen – gut.
Sie haben Zeit für sich – auch gut.
Sie müssen nicht die Giftnotrufzentrale anrufen und fragen, ob es schädlich ist, Sonnenmilch zu trinken.
Sie müssen keine verwüsteten Zimmer aufräumen. Kein Spielzeug reparieren. Keine Angst vor Autos haben. Keine Gute-Nacht-Geschichten erzählen, keine blöden Kinderlieder singen und keine Sesamstrasse gucken.
Sie brauchen nicht dauernd neue Schuhe zu
kaufen, weil die alten zu klein sind.
Sie müssen niemals unmögliche Fragen
beantworten.
Sie brauchen nicht Nächte durchzuwachen, weil jemand vierzig Grad Fieber hat, der noch keinen Meter groß ist.
Sie brauchen nicht zu untersuchen, bewachen, verhindern, wiegen, messen, säubern, tragen und zu schaukeln.

All das brauchen sie nicht. All das dürfen sie nicht.
 

gefunden von Nancy

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Kommentare zu Eltern und Kinderlose bewohnen zwei verschiedene Dimensionen

  1. Kate sagt:

    So schön ich das Gedicht für Eltern finde, so ernüchternder finde ich es für diejenigen, die keine Kinder bekommen können….

    • Paul sagt:

      Ergänzung:
      Sie wissen auch nicht wie es ist, wenn sich keine Ärmchen um deinen Hals legen und eine Stimme sagt, ich hab dich lieb.
      Dann sind die „Unannehmlichkeiten“ auf einmal keine mehr.
      Schön das es diese „Unannehmlichkeiten“ in deinem Leben gab.

  2. Frank sagt:

    Einfach nur schöööööön! Manchmal ist ma genervt, stößt an seine Grenzen, leider – dann diesen Text zur Hand nehmen und mmmh… Danke! :-)

Schreibe einen Kommentar