Geschlechtspatriotische Männer

Wer bist du? Ich bin die Daschi.
Was machst du? Ich rolle Sushi und wasch ab.
Was hasst du? Ignoranz, Intoleranz und Gerstenkörner im Auge.
Was liebst du? Meine Familie, Freunde und Katze und richtig gute Bücher.
 

via weheartit

Ja, es gibt sie immer noch. Es macht den Anschein als seien es nicht viele, aber die Dunkelziffer ist wohl höher als angenommen. Männer, die sich aufgrund ihres Geschlechtes einbilden, ein angeborenes Recht einräumen zu können und das vermeintlich schwächere Geschlecht unterdrücken und ausnutzen zu können. Meine letzte Begegnung mit solch einem Exemplar war in der Küche auf Arbeit, wo ich ihn darum bat, abzuwaschen. Seine Antwort lautete wie folgt: “Ich werde niemals abwaschen, denn zuhause tue ich das auch nicht.“ Diese wirklich überhebliche Reaktion hat mich innerlich sehr wütend gemacht und gab mir den Anstoß erneut über dieses altbekannte Thema nachzudenken. Sehr lange habe ich gerätselt wie ein Mann zu so einer Überzeugung gelangen kann und ich kam zu keinem anderen Schluss als: Dummheit und/oder Bequemlichkeit. Ich finde es irrsinnig, seine Argumentation auf geschichtliche Errungenschaften, welche unbestritten vorwiegend von Männern erzielt wurden, zu stützen. Denn diese Betrachtungsweise ist einseitig und oberflächlich, da meistens außer Acht gelassen wird, warum Frauen nicht so erfolgreich waren. Sie waren es nicht, auf Grund von eben solchen Männern. Aber die Unterdrückung der Frauen in der Geschichte ist ein anderes, komplexeres Thema. Männern, die sich auf besagte Errungenschaften ausruhen, ist anscheinend nicht klar, dass sie diese nicht erreicht haben, sondern andere. Aber das ist wohl ein Grundprinzip von Patriotismus und Stolz: sich zurücklehnend darauf auszuruhen und es als Ausrede für die eigene Überzeugung zu benutzen, ohne es je hinterfragt oder geschweige denn jemals etwas dafür getan zu haben. Eine weitere und meiner Meinung nach sehr amüsante Rechtfertigung ist die körperliche Überlegenheit der Männer. Ja, Männer sind durchschnittlich größer, schwerer und stärker als Frauen, was sie im Steinzeitalter in die Rolle des Jägers drängte und die Frau in die Rolle der Sammlerin, Feuerbewacherin, Ordnungshalterin, Kindererzieherin, Nahrungszubereiterin und was eben noch so anfiel. Mh…welches Jahrtausend ist jetzt noch mal? Und wann hat der letzte Mann ein Tier eigenhändig mit einem Speer erlegt und auf seinem Rücken in die heimischen Gemächer getragen? Diese Rollenverteilung hat damals absolut Sinn gemacht, ist aber heute total überflüssig und überholt. Denn angepasst an heutige Gegebenheiten können theoretisch alle alles machen. Also können Männer auch zuhause und auf Arbeit abwaschen. Mal nebenbei erwähnt: was bitte ist das denn für eine Ausrede: “Ich werde niemals abwaschen, denn zuhause tue ich das auch nicht.“? Wenn wir alle auf Arbeit nur das tun würden, was wir auch zuhause machen, na dann Prost Mahlzeit.

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