Bücher, die man gelesen haben muss – Teil 4

von Cathleen

via zeno

Der Alchimist – Paulo Coelho

Ein Buch gespickt mit Lebensweisheiten und fast spirituellen Gedankenanstößen, verwoben in einer Geschichte, die vom Suchen und Finden des ganz persönlichen Glücks in seiner reinster Form handelt. Am Ende darf man dank Paolo Coelho feststellen, dass der Sinn des Lebens immer mit der Kraft, dem Mut und dem Gleichklang der eigenen zufriedenen Persönlichkeit und dem Weg zu sich selbst einher geht. Diese erlangte innere
Stärke und Schönheit lässt uns bestenfalls zu dem werden, was wir wirklich sein können!
Die extrahierte Botschaft ist ebenso simpel, wie faszinierend: Das Herz und die Seele sind die tragenden Säulen unseres Wesens, die unser Handeln, unsere Wünsche und unsere Wege lenken und leiten. Ruhen wir in uns selbst und sind mit dem eigenen Ich im Reinen, können wir nicht nur nach allem streben, wir werden auch erkennen, dass unser persönliches Lebensglück meist näher liegt, als wir zu glauben vermögen.
 
Steppenwolf – Hermann Hesse

Das Werk von Hermann Hesse glänzt nicht mit einer spannenden Handlung oder einer aktionsreichen Geschichte, sondern durch imposante Gedankenstränge, die Genialität und Wahnsinn ineinander verschmelzen lassen.
 
Mitten ins Gesicht (und die Fortsetzung: Ohne Sie) – Kluun

Das Buch kann man ohne Frage als harte Kost bezeichnen, was sich allerdings nicht im literarisch schwer verdaulichen Schriftstil begründet, sondern einzig und allein in der Geschichte an sich. Die schonungslose Offenheit mit dem Hintergrund der autobiografischen Züge, die in jeder Faser der Seiten steckt, ist gleichermaßen abschreckend wie herzzerreißend. Ich habe gelacht, geweint, gelitten und den Protagonisten während des Lesens für seine scheinbare, menschliche Verwerflichkeit verteufelt. Es ist die erschütternde Geschichte eines Krankheitsbildes voller Qualen, dem Weg eines Mannes, der den Verfall seiner Liebsten nicht aufhalten kann und seine Angst mit Alkohol, Drogen und Frauen betäubt. Es ist keine bittersüße Lovestory, sondern eine zu zutiefst bedingungslose Liebe und ein erschreckend ehrlich erzählter Leidensweg einer Familie, der am Ende kein Happy End finden wird.
Originell ist die Idee, die Kapitel mit passende Zitaten aus Songs zu beginnen.
„Der authentische Roman „Mitten ins Gesicht“ von Kluun ist eine mitreißende Geschichte, die keine Episode des Krebskampfes außen vor lässt. Carmens langsamer und intensiver Abschied von ihrem Leben, ihren Freunden, ihrem Mann und ihrer Tochter sowie ihr Leiden, alles beschrieben aus der Sicht ihres liebenden Ehemannes, nehmen den Leser mit und lassen ihn nicht mehr los. Stijns Seitensprünge und Affären erscheinen durch diese ehrliche Beschreibung in einem völlig anderen Licht: Sie werden verständlich und für Stijn selbst lebenserhaltend.“ via Literaturtipp
 
Das Parfum – Patrick Süskind

Süsskind malt prächtige Bilder mit seinem geschrieben Wort. Jedweder Duft ist danach kein simpler Duft mehr. Sondern etwas, für das es sich für den Protagonisten erst zu töten und dann zu sterben lohnt. Ob es sich dabei versinnbildlicht vielleicht um die Suche und die Konservierung der wahren Liebe handeln könnte oder ob es um die eigene, verstörte Persönlichkeit geht, die nach Aufmerksamkeit und Akzeptanz sucht, sei dem Leser selbst überlassen. Für mich war es eines der wenigen literarischen Werke, das ich bis dato bereits vier Mal gelesen habe und immer wieder neue Details entdecke.
 
1984 – George Orwell

Orwell schrieb seine Antiutopie im Jahr 1948, der Zahlendreher des Titels sollte eine Anspielung auf eine damals sehr ferne Zukunft symbolisieren. Es wird ein für den Menschen hoffnungsloses Überwachungssystem inszeniert. Die Darstellung eines totalitären Staates mit autarker Sprache (Neusprech), die absolute Kontrolle der Gedanken (Doppeldenk) für die es ein eigenes Ministerium gibt oder die Propagandaveranstaltungen (Hasswochen) machen dieses Buch unglaublich düster und beklemmend. Gleichzeitig muss der Leser mit Erschrecken feststellen, dass die von Orwell erdachte Vision näher, aktueller und viel präsenter ist, als man es sich selbst eingestehen möchte. Dieses Buch hinterlässt einen faden Beigeschmack mit der Erkenntnis, dass diese scheinbar überzeichnete Horrorvorstellung, längst zur gegenwärtigen, trügerischen  Realität geworden ist…

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