Bücher, die man gelesen haben muss – Teil 2

von Conny

via stil-los

Die Vermessung der Welt – Daniel Kehlmann

Eines vorweg: Ein bisschen wissenschaftlich interessiert sollte man zur Lektüre dieses Buches schon sein.
Zwei Wege „um der Wahrheit auf die Schliche“ zu kommen: allein am Schreibtisch sitzend, ein Blatt Papier vor sich und im Kopf eine Fülle voller Ideen und Lösungswege oder im fernen Westen unterwegs, höchste Berge und tiefste Höhlen erforschend, alles im Lichte seiner Messinstrumente bewertend. Zwei Wege, dasselbe Ziel. Verkörpert werden diese Ansätze durch den Mathematiker und Astronom Carl Friedrich Gauß (1777-1855) sowie den Forschungsreisenden Alexander von Humboldt (1769-1859). Im Laufe des Romanes stößt Kehlmann seine beiden Hauptdarsteller Gauß und von Humboldt vom Sockel ihrer Unnahbarkeit und zeigt gleichzeitig ihre unglaubliche Bedeutung für die Wissenschaft auf.
Was sich vielleicht trocken anhört, wird bei Kehlmann fröhlich beschwingt, aktuell, philosophisch, wissenschaftlich und humoristisch zugleich.


Salomes siebter Schleier – Tom Robbins
Sarkasmus gepaart mit Humor und Liebe zu allen Menschen, Objekten (z.B. tin of beans, socks) und Tieren (z.B. Truthähnen).
Hauptstrang der Erzählung ist das Restaurant, welches ein Jude gemeinsam mit einem Araber in New York gegenüber dem UNO-Gebäude eröffnet. Das wäre sicher schon genug Stoff für eine gute Geschichte, aber hier verweben sich einige Geschichte mehr zu einem der liebenswertesten und absolut ungewöhnlichsten Bücher der Gegenwart.

Franny und Zooey – J.D. Salinger
Franny und Zooey handelt vom Schicksal einzelner Mitglieder der New Yorker Familie Glass. Der  erste Teil des Buches „Franny“ spielt im Umkreis eines Colleges der amerikanischen Ostküste. Im Mittelpunkt steht Studienanfängerin Franny Glass, die sich mehr und mehr von der Egozentrik und Scheinheiligkeit ihrer Kommilitonen enttäuscht fühlt. Der zweite, längere Teil ist nach Frannys fünf Jahre älterem Bruder Zooey benannt, einem emotional wesentlich abgeklärteren, kleinen Sprachgenie, das schon als Zwölfjähriger den Wortschatz eines Geisteswissenschaftlers besessen haben soll. Er wird von seiner Mutter Bessie gebeten, sich um Franny zu kümmern und herauszufinden, was es mit deren depressivem kleinen Nervenzusammenbruch auf sich hat.
 
Sophies Welt – Jostein Garden

Fast jedem dürfte dieser Titel ein Begriff sein. Zugegeben – ein bisschen „dranbleiben“ muss man bei diesem Buch schon, doch versprochen – ab ca. der Hälfte kann man sich nicht mehr entziehen. In diesem Buch bekommt die vierzehnjährige Sofie Amundsen (und damit auch der Leser) einen Philosophiekurs mittels mysteriöser Briefe, verfasst von einem älterer Mann namens Alberto Knox. Im Laufe der Geschichte verweben sich zunehmend die gerade besprochenen philosophischen Strömungen mit der „Realität“. Ist Sofies Welt real? Es stellt sich heraus, dass sie und ihre Umgebung nur Bestandteil eines Buches sind, das von einem im Libanon stationierten UN-Major namens Albert Knag geschrieben wird. Lehrreich, verrückt und spannend zu gleich!
 
Owen Meany – John Irving
Ich nehme es gleich vorweg, beim Lesen von John Irvings „Owen Meany“ habe ich bestimmt fünf Mal geweint – und das ist selbst für mich ein Rekord. Allerdings handelt es sich nicht nur um einen sehr traurigen, sondern auch um einen sehr witzigen Roman. Dieses Buch dreht sich um zwei sehr unterschiedliche Jungen und ihre tiefe Freundschaft. Einer der beiden, John Wheelwright, tritt als Erzähler auf. Owen Meany, der beste Freund von John, ist der wahre Held des Buches. Dieser extrem kleingewachsene und mit einer markanten, durchdringlichen Stimme ausgestattete Junge ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Stark religiös, glaubt er sich von Gott mit einer Aufgabe betraut, nachdem er bei einem Unfall während eines Baseballspiels Johns Mutter getötet hat. Ein immer wieder kehrender Traum zeigt ihm Ort, Art und Datum seines Todes und er bereitet sich sein ganzes Leben darauf vor.

 

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