Kevinismus, der: Die Unfähigkeit, dem Nachwuchs würdige Namen zu geben.

via weheartit

„Hallo, mein Name ist Chantal Shakira Schulz“. Peng. Kaum ist der Satz ausgesprochen ist es da: das Vorurteil gegenüber bestimmten Namen. Und dann ist es egal, ob diejenige Person im Hosenanzug oder im pinken Trainingsoutfit vor uns steht. Man ordnet den Namen aufgrund gewisser Sendungen im deutschen Fernsehen oder dem bekannten HörenSagen einer sozialen Schicht zu, die gewiss nicht die repräsentativste für Deutschland ist oder vielleicht sein sollte?
Seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt sich ein Phänomen, welches als Kevinismus bezeichnet wird und die Unfähigkeit der Eltern bezeichnet, seinem Kind einen passenden Namen zu geben. Der Kevinismus ist natürlich rein fiktiv und nicht als wissenschaftlich belegtes Phänomen zu verstehen. Daher verschwimmen hier die Grenzen auch ganz gern mal. Bleiben wir doch bei Kevin , in den frühen 90er Jahren ein unglaublich beliebter Name, den nicht nur „Ossis“ tragen, so wie Michael Mittermeier es behauptet hat.
 
Im Alltag trifft man immer wieder auf ungewöhnliche Namen. Da bleibt dann aber erst einmal abzuwägen, ob der Name einfach nur extravagant oder außergewöhnlich dumm gewählt ist. In einer Online-Studie aus dem Jahr 2009 wurde sogar erwiesen, dass Kevin und Chantal in der Schule einen schwereren Stand haben können als ihre Mitschüler. Sie werden von den Lehrern schon von vornherein in eine Schublade gesteckt und kommen da ohne weiteres auch nicht wieder heraus. Eigentlich schade, denn ein Name ist meiner Meinung nach fast nie das Aushängeschild eines Charakters, obwohl eine Angelina oder ein Maurice schon ein gewisses Bild heraufbeschwören und ich da auch nicht vorurteilsfrei herangehe. Ich lass mich aber immer gern vom Gegenteil überzeugen.
 
Ein weiteres Symptom des Kevinismus ist die Vergabe eines (meist englischen) Doppel- oder sogar Dreifachnamens. Dann fährt man schonmal hinter einem Auto her, auf dem Justin-Jason, Cheyenne-Sundance oder Joel-Tyler steht. Ich frage mich dann immer, warum muss ich meinem Kind einen so ausgefallenen Namen geben? Um es zu bestrafen? Oder warum möchte ich, dass es bei jeder Gelegenheit seinen Namen buchstabieren muss? Übel wird es, wenn dann der urdeutsche Nachname das Bild komplett macht. Viele Eltern informieren sich auch nicht einmal über die Bedeutung und den Hintergrund des Namens. Klar muss nicht hinter jedem Namen eine super ausgefallene Geschichte stecken, aber wenn ich mein Kind bspw. Dolores nenne, sollte mir schon klar sein, dass es das (abgeleitete) spanische Wort für ,Schmerz‘ ist. Oder Neo einfach nur ,neu‘ bedeutet.
 
Hier meine Top 10 der kevinistischen Namen:

Justin
Chantal
Jason
Luca-Joel
Dustin (oder auch Dastin)
Jeremy
Damian (gerne als „Däimiäään“ ausgesprochen)
Monique
Cheyenne
Melody
 
Und zum Schluss noch ein Beweis aus Düsseldorf, dass es nicht nur im Osten kevinistische Namen gibt. von Julia

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