Kindheitserinnerungen

via pixelio / Claudia Hautumm

Und plötzlich steht man frühs auf und wundert sich, wo die letzten zehn Jahre seines Lebens geblieben sind. Zugegeben ich bin gerade mal Mitte 20, aber mir kommt es jetzt schon vor, als würde meine Lebenszeit an mir vorbei rennen. Natürlich gibt es Ereignisse, die einem vor Augen führen wie schnell schöne Momente und Zeiten vorbei gehen.
Zum Beispiel wenn man ein Kind bekommt. Ich bin seit knapp zwei Jahren selbst Mutter und geniesse die tollen Erlebnisse mit meiner Tochter und möchte, dass sie eine unbeschwerte Kindheit erlebt.

Und wenn wir dann mal wieder ein schönes Wochenende nur mit der Familie verlebt haben, kommen mir die Gedanken an meine Kindheit. Fest steht,ich hatte eine unbeschwerte Kindheit und bin meinen Eltern dafür sehr dankbar, aber was war eigentlich meine schönste Kindheitserinnerung?

Sofort denke ich dann an eine Situation mit meiner Oma, die leider vor einigen Jahren an Krebs gestorben ist. Ich habe oft die Ferien bei meinen Großeltern verbracht und eines Abends, es war ein wirklich heißer Sommertag gewesen, hatten wir eine Mücke im Schlafzimmer und jeder kennt die Situation, man ist kurz vor dem Einschlafen und plötzlich surrt einem dieses Mistvieh über die Ohren. Da meine Oma eine sehr resolute Frau war, entschied sie der Mücke mit allen Mitteln den Garaus zu machen.

So holte sie, bekleidet mit einem Blümchennachthemd und ihrer großen Hornbrille, die Trittleiter vom Balkon, knipste das Licht im Zimmer an und stand dann, mit Fliegenklatsche und Anti-Mücken-Spray auf der Leiter. Ich fand die Situation als Kind so komisch, da meine Oma, wie vermutlich alle alten Leute, ihr Gebiss nachts in einem Glas ablegte und so fluchte die alte Dame, ohne Zähne auf der Leiter mit ihrer Bewaffnung über die Mücke und das in einem herrlichen Nuscheldeutsch.

Und dann kommt er wieder, der Satz den ich früher gehasst habe: Die Zeit geht so schnell vorbei…wie wahr, wie wahr…. von Julia

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Ein Kommentar zu Kindheitserinnerungen

  1. Anne sagt:

    Ach so schön geschrieben.
    Erinnert mich an meine Kindheit, auch wenn ich noch keine Kinder habe. Aber auch ich mochte diesen Satz früher gar nicht.
    Mittlerweile sag ich selbst so oft „ach die Zeit rast wieder“

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