Kindheitserinnerungen Teil 2

via weheartit

Meine schönste Kindheitserinnerung – oh je. Natürlich habe ich Millionen schöne Erinnerungen an meine Kindheit. Das beginnt mit den vielen von meinem Vati ausgesaugten Wespen- und Bienenstacheln am Fuß (hört sich nicht schön an, fühlt sich aber sehr beschützt an – und einer weiß, was zu tun ist), die Campingtouren (bei einer hat es ganz doll gehagelt), die vielen Dinge, die ich mit Papa gebaut habe, die schönen Zeiten bei den Omas (bei der einen gab es immer leckeres Essen und bei der anderen lange Knack-Runden), als ich mit meiner Mutti Wäsche aufgehängt habe und sie ganz stolz war, wie toll ich das schon konnte, bei Mutti angekuschelt Fernsehen (dass hab ich auch gemacht, als ich schon älter war), wenn ich als Mittagsschlaf nur ruhen und nicht schlafen musste, die regelmäßigen Spaziergänge mit Mutti und Vati, wenn meine Schwester und ich uns ausnahmsweise einmal vertragen haben, die vielen kleinen und großen Entdeckungen im Garten und vieles mehr. Aber ich habe nur drei schlimme Erinnerungen. Also gebe ich die drei hiermit bekannt:
1. meine Ohren-Operation mit fünf Jahren
2. das gestorbene Rotschwänzchen-Küken, das ich doch eigentlich großziehen wollte (die fünf Entchen erlitten später dasselbe Schicksal)
3. der Ärger, den meine Cousine und ich bekommen haben, weil wir stundenlang verschwunden waren.
 

zu 1.
Ja, ich wurde mit recht ordentlichen Segelohren geboren. Nach langem Hin- und Herüberlegen entschieden sich meine Eltern für eine Anleg-Operation. Dafür bin ich ihnen auch sehr dankbar (die Ohren standen wirklich sehr ab). Leider musste ich dafür für einige Tage ins Krankenhaus – und diese Zeit war schrecklich. Damals durften die Eltern ihre Kinder nicht besuchen, und so hatte ich nur ein Foto unserer Familie, über das ich jeden Abend viele Tränen vergossen habe. Natürlich waren meine Eltern jeden Tag im Krankenhaus und haben mich heimlich beobachtet, nur durften sie eben nicht zu mir. Wenn Kinder so von ihren Eltern getrennt werden, ist das wirklich sehr, sehr schlimm für beide Seiten.
 
zu 2.
Eines Tages entdeckten wir im Garten ein Rotschwänzchen-Nest. Wir beobachteten die kleine Vogelmutti, wie sie emsig Würmchen für ihre Brut herbeiflog. Doch eines Tages kam sie nicht mehr an ihr Nest. Nach einiger Zeit der Beobachtung waren Papa und ich uns sicher: Es muss etwas Schreckliches passiert sein. Es dauerte lang bis wir entschieden, dass wir Handeln müssen. Also schauten wir in das Nest hinein und nur noch ein Küken war am Leben. Wir beschlossen, dieses Küken selbst großzuziehen. Vati hatte extra einen kleine Schnabel aus Pappe gebastelt und ich habe kleine Würmer ausgebuddelt. Ich weiß nicht genau, wie lange es dauerte, aber eines Tages war auch das letzte Küken gestorben. Es war das erste Tier, dessen Tod ich bewusst mitbekam. Es wurde im Garten begraben und meine Eltern erzählen heute noch, wie sie sich bei der Beerdigung ein Lachen verkneifen mussten, als ich mein Abschiedsgebet sprach.
 
zu 3.
Wenn wir im Garten waren, bekamen wir häufig Besuch von meiner Cousine und ihren Eltern. Wir beide waren oft stundenlang in den nahegelegenen Feldern und Wäldern unterwegs. Wenn aber mein Vater laut pfiff, dann war das Abenteuer beendet und wir sollten nach Hause zurückkommen. Das Ding mit dem Pfiff funktioniert auch heute noch hervorragend. Allerdings beschlossen wir an diesem besonderen Tag, seine Pfiffe zu ignorieren und weiter unsere nähere und weitere Umgebung zu erkunden. Ich weiß nicht genau, wie viele Stunden wir zu spät kamen, aber ich weiß noch ganz genau, wie viel Ärger es gab, als wir endlich wieder zu Hause waren. Meine Cousine und ich wurden sofort getrennt, ihre Familie fuhr zurück in die Stadt und ich bekam den Hintern voll (nein, geschadet hat es mir nicht).
 

So, jetzt wisst ihr alles. von Conny

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2 Kommentare zu Kindheitserinnerungen Teil 2

  1. caroline sagt:

    Dıe Geschichte finde ich sehr schöne

  2. Manuela sagt:

    Wirlich sehr schön und warmherzig erzählt. Vieles von dem kenne ich auch so :-) also danke dafür.

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