Die Facebook Typen
vom Spiegelmodel bis zum Stalker

Früher oder später kommen sie alle, auch die, die sich vehement dagegen wehren. Aber eigentlich kommen sie sowieso freiwillig, magisch angezogen wie von einem Pfefferkuchenhaus.
In diesem gemütlichen Häuschen versammeln sich dann `ne Menge-Leute unter denen sich einige ganz besondere Gruppen ausmachen lassen.
 
Die Facebook Typen:

 
Das Spiegelmodel: das Spiegelmodel ändert nahezu täglich ihr Profilbild, dabei ändert sich aber höchsten die Farbe ihrer Kleidung, aber nie die Pose oder der Gesichtsausdruck. Das Spiegelmodel posiert, wie der Name schon verrät, vor dem Spiegel mit einem zur Schnute verzogenen Mund und dem pseudo-zuckersüßen Häschen-Blick (von unten nach oben) und fotografiert sich selbst. Eine Variation des Spiegelmodels ist die, ich-fotografier-mich-mit-ausgestreckten-Arm-selbst-Fraktion. Auch hier typisches Merkmal: Häschenblick und Schnute.
Größte Hoffnung des Spiegelmodels sind Komplimente und „gefällt mir“s zu ihren neuen Fotos. Da das Spiegelmodel meist mit Personen der gleichen Kategorie befreundet ist, hat sie damit auch meist Erfolg und erntet: „oh sooo süß“ – Kommentare.
Das Spiegelmodel verschenkt Herzen an all ihre „Süßen Mäuse“ und bekundet mehrmals am Tag, dass sie alle „gaaaanz doll lieb hat“.
 
Eng verwandt mit dem Spiegelmodel ist die Neugierige. Sie fällt auf jeden Spam rein, der ihr die Hoffnung macht, herauszufinden wer und wie viele ihr Profil angeschaut haben. Sie hofft auf Bestätigung, erntet aber nur Ärger vom Nörgler. Denn der Nörgler ist nicht weit, wenn die Neugierige auftaucht. Er liegt immer auf der Lauer und wartet bis eine unschuldige Neugierige den Spam angeklickt hat, dann schlägt er zu. Sofort darauf folgt sein ermahnender Kommentar, man solle doch bitte nicht so naiv sein und immer auf den Spam reinfallen.
 

Der Poser: Der Poser ist das männliche Pendant zum Spiegelmodel. Die Motive seiner Profilbilder umfassen aber ein variationsreicheres Spektrum. Er zeigt sich entweder oberkörperfrei, mit mindestens zwei Frauen im Arm, vorzugsweise der Kategorie Spiegelmodel oder sturzbetrunken, dann aber auch wieder oberkörperfrei.
 

Der Partylöwe: Der Partylöwe „nimmt an jeder Veranstaltung teil“ zu der er eingeladen wird, auch wenn sich diese zeitlich überschneiden und räumlich Meilen von einander entfernt sind. Am nächsten Morgen, vorzugsweise noch in der gleichen Nacht, muss der Partylöwe bekannt geben wie betrunken er und wie geil die Party war. Um seine Glaubwürdigkeit zu unterstützen, baut der Partylöwe gern Rechtschreib- und Grammatikfehler in seine Posts ein.
(Aber hey, wie gut kann eine Party gewesen sein, wenn man danach noch Muße hat etwas darüber bei Facebook zu posten.)
 
Ein besonders störender Geselle im Hause Facebook ist der Poserlöwe, ein Typ, der alle schlechten Eigenschaften des Posers und des Partylöwens vereint.
 
Die Emos: Die Emos empfinden einen tiefen Weltschmerz und scheinen das Leid Aller mit sich herum zutragen. Eine tieftraurige Statusmeldung folgt der anderen. Doch die Emos gehören zu den harmloseren Facebook Typen. Sie sind leicht zu ignorieren und bleiben gern unter Gleichgesinnten, nur zartbesaitete Facebooker haben hin und wieder Mitleid mit ihnen. Aber aufmunternde Worte werden meist mit einer weiteren Leidensbotschaft niedergeschmettert.
 

Der Scherzkeks: Der Scherzkeks ist immer im Netz und auch immer bei Facebook online.
Der Scherzkeks hat es sich zur Aufgabe gemacht seine Facebook Freunde zu unterhalten und von der Arbeit abzuhalten. Vor ihm ist kein Youtube Video sicher und seine Freunde nicht vor ihm. Die Ergebnisse seiner Stunden langen Suche postet er in regelmäßigen Abständen, mit dem immer gleichen Kommentar: LOL. Besonders hartnäckige Scherzkekse verschicken ihre liebsten Videos auch gern noch mal als private Nachricht oder im Chat. Im Gegenzug drückt der Scherzkeks auch bei allen Posts seiner Freunde den gefällt mit-Button.
 

Der Spieler: Der Spieler ist einem oder mehreren Facebook-Spielen verfallen und macht somit nichts anderes als dieser Leidenschaft zu frönen, für anderes bleibt keine Zeit mehr. Bis auf, meist scheiternde Versuche, ihre restlichen Freunde auch zum Spielen zu bringen, ist der Spieler ein unauffälliger Zeitgenosse.
Ebenfalls einer Facebook-App verfallen, aber weitaus störender ist die Abergläubische. Vor dem Start in den Tag und zwischendurch noch einige Male muss sie Glücksnüsse und sämtliche Horoskope befragen und kommentieren.
 

Der Familienfanatiker: Der Familienfanatiker will allen zeigen, wie eine heile Welt aussieht und dass, das Leben doch ein Ponyhof ist. Der Familienfanatiker berichtet ausführlich von Familienausflügen und postet Bilder vom strahlenden Sohnemann und selbstgebastelten Salzteig-Klingelschildern. Im Profil steht zu lesen: hier lacht, postet und kommentiert Familie Sonnenschein.
 

Die Halbtoten: Die Halbtoten nehmen den größten Raum im Facebook-Pfefferkuchenhaus ein. Sie machen reichlich wenig. Für sie zählt der olympische Gedanke: dabei sein ist alles. Dennoch sind die Halbtoten nicht so harmlos wie man annehmen könnte. Sie geben zwar von sich so gut wie nichts Preis, wissen dafür aber über alle anderen genau bescheid. Und damit gehören sie, sowie alle andern Facebook-Gruppen auch, zum Typ: der Stalker. von Steffi

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