Das große Comeback: die Beziehung

via weheartit

Ein neues Phänomen macht sich in meiner Umgebung breit. Die Verfechter der
Einstellung: „Ich bin Single und das ist auch gut so, weil Freiheit genießen und so.“, finden ihre Einstellung langsam nicht mehr so toll. Das Thema Beziehung wird jetzt wieder ganz groß geschrieben. Und dabei soll es bitte auch um Wertschätzung, Aufmerksamkeit, Sicherheit und die gemeinsame Zukunft gehen. Nicht mehr wie früher als man zusammen nicht länger als eine Woche voraus plante und es eigentlich nur darum ging Erfahrungen zu sammeln.
 

Manche wollen es zwar noch nicht ganz wahr haben und tun so, als wären sie nur an einer Sex-Beziehung interessiert, sind aber ganz aus dem Häuschen, wenn es zum Valentinstag ´ne Bratwurst und einen Kuss in der Öffentlichkeit gibt. Andere nehmen das Thema ernster und geraten fast in eine Lebenskrise, wenn der Partner fürs Leben nicht bald auf seinem Gaul vorbei geritten kommt. Dieses Phänomen beschränkt sich übrigens nicht nur auf die weibliche Spezies, auch Männer neigen immer mehr dazu, sich nach erfüllter Zweisamkeit zu sehnen, und erfüllt heißt in diesem Fall nicht nur Sex. Wenn man ein paar Mal hinter einer Bar gestanden und somit völlig nüchtern die Gespräche angetrunkener Männer mitbekommt hat, dann hört man auch von dieser Fraktion viele sehnsuchtsvolle Wunschträume.
 
Sehen wir jetzt unsere Eltern tatsächlich mal als Vorbild, die in unserem Alter längst mit Babys und Eheringen versorgt waren, oder woher kommt dieser plötzliche Wunsch nach Familienidylle? Vor kurzem waren doch noch alle scharf auf One-Night-Stands, ewige Partynächte und das Ziel so viel auszuprobieren wie es nur geht. Beziehungen waren fast schon ein Tabu, schließlich könnte man ja was verpassen.
 
Jetzt scheinen sich alle nach kuscheligen Fernsehabenden zu sehnen (das Wort kuscheln wurde von Singles zuvor nie verwendet). Das Blatt hat sich gewendet, plötzlich, als wäre die Klappe gefallen, sind alle auf der Suche nach der Liebe des Lebens, obwohl doch jeder weiß, dass Suchen hier noch nie geholfen hat. Und wenn es nicht gleich klappt, dann werden schon die Finger zum Rechnen gezückt: Erst muss man den richtigen Partner finden, das kann schonmal so seine Zeit dauern, dann möchte man mit dem vielleicht auch erstmal ein paar Jahre zusammen bleiben und sehen, ob es wirklich passt, und dann kann man vielleicht mal übers Kinderkriegen reden. Wenn man sich nicht verrechnet hat, ist man dann auch schon wieder dreißig und die biologische Uhr fängt plötzlich ganz laut zu ticken an.

 
Für alle, die schon vergessen haben sollten wie es ist, in einer Beziehung zu leben, kann sich gern hier dazu belesen: Über die Notwendigkeit des Beziehungsalltags…
 
Und für die, bei denen es gar nicht klappen will, gibt es falsche Babys für echte Muttergefühle. von Steffi

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