Die jungen Milden an Deutschlands politischer Spitze

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Es fing schon an mit unserer neuen Familienministerin Kristina. Ich möchte nicht ungerecht werden, aber mir war von Anfang an nicht klar, was diese Frau als Ministerin besonders geeignet erscheinen lassen soll: Sie ist weder besonders eloquent noch besonders sympathisch, weder besonders erfahren (wie auch) noch hat sie eine wahnsinnig kompetente Ausstrahlung, weder eine Macherin noch eine gute Führungspersönlichkeit. Sie ist nur jung. Ob das (neben ihrer hessischen Herkunft) wohl das ausschlaggebende Kriterium war? Gut, jetzt bekommt sie ein Kind – dann weiß sie schon mal, wie es ist, Mutti zu sein. Nur Ursula von der Leyen war auch nicht deshalb so gut, weil sie einen Haufen Kinder hat, sondern weil sie der richtige Typ Mensch für den Job ist: knallhart, aber nicht ignorant, kompetent, aber nicht verbohrt, ehrlich, aber nicht – wie soll man es nennen – trottelig. Aber ok. Kristina Schröder habe ich mittlerweile „verdaut“. Ich finde diese Besetzung immer noch nicht gut, aber man hört so wenig von ihr, dass ganz schnell andere Aufreger sie vergessen lassen.

Doch nun kommen auch noch die jungen Wilden (oder auch jungen Milden) von der FDP. Und das ist irgendwie zuviel für mich. Da ist einmal der Philipp, der immer wirkt wie ein kleiner Junge im Anzug. Gefühlte 23. Und der Christian, der ist zwar gefühlte 40, aber dann eben doch zwei Jahre jünger als ich. Ist es wirklich gut, wenn so junge Männer so früh auf solche Positionen gesetzt werden? Gut für sie und gut für uns?

Ich brauche Politiker, denen ich vertrauen kann. Die Lebenserfahrung, Seriosität und Kompetenz ausstrahlen. Die nicht beim ersten, politischen Gegenwind umfallen, weil es der erste Gegenwind ihres Lebens ist. Ich brauche Politiker, denen bewusst ist, dass die Dinge im Leben nicht immer wie geschmiert laufen, dass jeder ein Recht auf Irrtum und eine neue Chance hat, dass neben harter Arbeit, Fleiß und Disziplin auch eine ordentliche Portion Glück zum Leben dazu gehört. Meiner Meinung nach verhindert selbsterlebtes Scheitern Arroganz, starre Prinzipienreiterei und Vorverurteilung am besten. Und ich brauche Politiker, die eine gewisse Autorität ausstrahlen. Ich weiß nicht, ob diese Eigenschaften in Abhängigkeit zum Alter stehen – nur das Gefühl habe ich schon.

Vielleicht ist aber alles auch ganz anders: Wahrscheinlich ist Deutschlands Außenwirkung gerade durch unsere Spitzenpolitiker eine sehr bunte, tolerante und moderne. Wir haben einen homosexuellen Außenminister, eine Frau als Kanzlerin, einen Gesundheitsminister mit vietnamesischen Wurzeln, einen Finanzminister im Rollstuhl – und eben auch sehr junge Politiker. Und vielleicht ist das auch gut so. von Conny

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Ein Kommentar zu Die jungen Milden an Deutschlands politischer Spitze

  1. THS sagt:

    Also bitte, welcher lebenserfahrene und halbwegs weise Mensch möchte wohl unter der Haube der gegenwärtigen Demokratie Politiker sein…

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