Deutschland – das Klatschvolk

via weheartit

Hunderte Menschen, überwiegend mindestens Ü50, dazu Schlagermusik.
Was bei dieser explosiven Mischung unweigerlich passieren wird – die Meute beginnt mitzuklatschen. Und das so stoisch wie nur möglich. Da klatschen schweißige Hände gegeneinander wie nasse Waschlappen. Und der Pöbel wirkt wie ein mechanischer Affe mit Becken.
Dieses Szenario lässt mir immer wieder eiskalt einen Schauer über den Rücken laufen. Das Tragische am Mitklatschen ist vor allem, dass es nicht nur im Musikantenstadel oder beim Karneval auftaucht (Veranstaltungen, bei denen ich mit nichts anderem rechne und kopfschüttelnd noch mal ein Auge zu drücken kann), sondern bei Live-Musik jeglicher Art.

Dazu habe ich drei Dinge zu sagen: Erstens: Was soll das? Zweitens: Leute, das ist peinlich. Drittens: Klatscht wenigstens richtig.

In der Kategorie der Falsch-Klatscher gibt es zwei Arten: Diejenigen, die ganz und gar neben dem Takt klatschen und die weit häufiger vertretene Sorte, die auf 1 und 3-Klatscher.  Bei zeitgenössischer Pop- und Rockmusik gehört es sich aber viel mehr auf der 2 und 4 zu klatschen, ist einfach cooler und klingt besser.

Zu meiner Schande muss ich jedoch gestehen, dass ich, bis ich mir dieses hilfreiche Lehrvideo angesehen haben, auch nicht richtig klatschen konnte. Aber, ich klatsche nicht und werde es auch weiter so beibehalten, trotz meiner neu erlangten Fähigkeit.
Zusätzlicher Wermutstropfen: Die Masse wird auch noch zum Klatschen aufgefordert, von sogenannten „Anklatschern“. Da bin ich besonders stolz auf einen jungen
(Kinder-)Fernsehen-Macher, der bei Bandauftritten während der Sendung, in seinem Script ausdrückliches nicht Mitklatschen anordnet. von Steffi

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Ein Kommentar zu Deutschland – das Klatschvolk

  1. Gunnar sagt:

    Das ist mal ein informativer Eintrag, besten Dank. Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Generell finde ich die Seite gut zu lesen und leicht zu verstehen.

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