Fukushima in meinem Wohnzimmer

Gestern saß ich zu Hause auf der Couch und mir stiegen plötzlich die Tränen in die Augen. Nicht etwa, weil ich einen schnulzigen Liebesfilm sah oder weil ich mich gerade in den Finger geschnitten hatte. Nein, ich dachte an die Geschehnisse in Japan. Normalerweise bin ich kein Mensch, der bei solchen Ereignissen gleich sentimental wird. Natürlich sind Nachrichten von Krieg und Zerstörung immer schlimm. Der Tsunami in Thailand vor sechs Jahren, die verschütten Bergleute in Chile, der Krieg in Afghanistan. Klar verfolgt man solche Themen, natürlich bangt man mit den Betroffenen mit. Aber dennoch waren diese Geschehnisse nicht so, dass mir zum heulen zumute war. Schließlich waren sie von meinem persönlichen Umfeld weit entfernt. Diesmal ist es irgendwie anders. Denn ein fast vollständig zerstörtes Kraftwerk betrifft nicht nur eine Region oder ein Land. Nein, es betrifft die ganze Welt -und somit auch mich. Ich werde zwar nicht von der gefährlichen atomaren Strahlung betroffen sein, aber meine Einstellung hat sich schon geändert. Oder zumindest bin ich deswegen ziemlich nachdenklich geworden. Ich habe mir nie viele Gedanken über Atomenergie und dessen mögliche Folgen gemacht. Wenn ich mal an einem Atomkraftwerk vorbeigefahren bin, dachte ich mir schon, dass ich in dieser Gegend nicht wohnen möchte. Aber das war es dann auch. Aus den Augen, aus dem Sinn. Und nun stelle ich mir diese Fragen, ob solche riskanten Projekte wirklich nötig sind. Ich überlege, was aus dem ganzen Restmüll den Kernkraftwerke verursachen, werden soll und welche Folgen dies für meine Familie und die nachfolgenden Generationen haben wird. Ja ich mache mir sogar Gedanken darüber, ob ich in der nächsten Pilzsaison noch welche sammeln sollte, denn schließlich sind die Nachwirkungen von Tschernobyl auch heute noch in unseren Wäldern spürbar.
Die Ereignisse in Japan haben mir gezeigt, dass wir drauf und dran sind, uns irgendwann selbst zu zerstören. Wir denken immer, dass wir stärker als die Natur sind und uns alles erlauben können. Die Natur wiederum ist sehr geduldig und lässt viel mit sich machen…und dann, in nur wenigen Sekunden zeigt sie uns doch, dass sie stärker ist und wie klein und hilflos wir eigentlich sind. von Nancy

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Ein Kommentar zu Fukushima in meinem Wohnzimmer

  1. Eine zeitweise Kernschmelze? Ist das nicht so wie ein bisschen schwanger? Ich mach mal ein bisschen Kernschmelze? Gleich nach der Katastrophe wird das Volk- und nicht nur in Fukushima – kontinuierlich belogen. Mich würde mal interessieren, wie die Auswirkungen wirklich sind. Ich glaube zwar nicht, dass wir in D bestrahlt werden wegen der Nuklearkatastrophe in Fukushima. Aber wie sind die Auswirkungen auf die Nahrungskette? Bessere Infos zu diesem Thema kann mann auf Zeitong.de finden.

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