Abwarten und Tee trinken

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Drei Tage im Jahr verschwende ich damit auf Bus und Bahn zu warten, ich hab es ausgerechnet, während des Wartens an der Bushaltestelle. Das ist schrecklich.
 
Abgesehen davon, dass es nervtötend ist Ewigkeiten auf das Verkehrsmittel zu warten, dann irgendwie ohne blaue Flecken an den drängelnden Rentnern vorbei zu kommen um sich dann neben Selbige, Zwillingskinderwagen und Schulklassen zu quetschen, ist es außerdem erschütternd zu welcher enormen Zeitverschwendung sich das ganze am Ende zusammen läppert. In drei Tagen könnte ich meine gesamte Wohnung neu malern, Stairway to heave auf Gitarre lernen oder ein Baumhaus bauen.
 
Und das ist ja noch längst nicht alles, man wartet ständig und überall, darauf, dass das Essen in der Mikrowelle endlich fertig wird, auf den Fahrstuhl, auf bessere Zeiten und und und. Die Zeit kriegt man ja auch nie wieder. Was zu diesen prekären Situationen noch erschwerend hinzukommt, man kann beim warten absolut nichts sinnvolles machen. Denn es scheint irgendwie ein ungeschriebenes Naturgesetz zu sein, dass wenn man während des Wartens mit etwas Sinnvollem anfängt, dann garantiert das eintritt worauf man die ganze Zeit gewartet hat.
 
Wenn ich beispielsweise im Wartezimmer, neben hustenden Fremden sitze und mir weder mit vier Monate alten BILD der Frau Zeitschriften noch mit Faltblätter mit Vorbeugungsmaßnahmen gegen Osteoporose die Zeit vertreiben will und vor lauter Tristess eindöse, schallt garantiert in diesem Moment die quitschige Stimme der Sprechstundenhelferin durch den Lautsprecher und ruft meinen Namen auf.
 
Nach allen Überlegungen sieht es wohl ganz so aus als müssten wir das Leid einfach ertragen, aber vielleicht hilft ja das hier: How To Do Nothing with Nobody All Alone by Yourself
von Steffi

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